Erweiterungspläne des Aldi-Marktes und neue Baugebiete

Mehr Verkaufsfläche und Wohnungen

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Der Lebensmitteldiscounter an der Ecke der Vélizystraße mit der Gottlieb-Daimler-Straße möchte seine Verkaufsfläche um rund 200 Quadratmeter vergrößern.

Dietzenbach - In ihrer ersten Sitzung der neuen Wahlperiode hatten die Mitglieder des Ausschusses für Städtebau, Verkehr und Umwelt gleich einiges zu bedenken. Soll doch an verschiedenen Punkten der Stadt munter weitergebaut werden. Von Barbara Scholze 

Wachsen will etwa der Aldi-Markt an der Otto-Hahn-Straße. Das Geschäft, das aus dem Jahr 2000 stammt, will seine bestehende Verkaufsfläche von rund 1030 um 200 Quadratmeter vergrößern; die Nutzfläche soll von 1700 auf 1950 Quadratmeter ausgeweitet werden. Dazu kommen nach dem Plan 17 Parkplätze, derzeit sind es 113. Das Erweiterungs-Grundstück stammt aus Privatbesitz. Wie aus aktuellen Pressemeldungen hervorgeht, modernisiert Aldi-Süd gerade seine Filialen. Das neue Konzept setzt nicht mehr nur auf Schnelligkeit beim Einkauf, sondern auch auf Atmosphäre mit Regalen und Marktständen. Für den Um- und Zubau in Dietzenbach muss nun der Bebauungsplan geändert werden. „Im Rahmen der Standortsicherung soll die bestehende Aldi-Filiale die Möglichkeit haben, den Betrieb zu modernisieren und das Sortiment an eine veränderte Nachfrage anzupassen. Dazu ist eine Vergrößerung der Verkaufsfläche notwendig“, heißt es in der entsprechenden Antrags-Vorlage des Magistrats. Da das Quartier nach dem Flächennutzungsplan allerdings mehr auf Gewerbe setzt, soll der neue Plan nach dem sogenannten auflösenden bedingten Baurecht gestaltet werden. Also nur so lange gelten, bis der Discounter irgendwann einmal den Standort an der Otto-Hahn-Straße aufgeben würde. Ein Problem sahen die meisten Mitglieder des Bauausschusses darin nicht. Bei Enthaltung der Grünen und mit einer Gegenstimme der AfD empfahlen sie den Antrag der Stadtverordnetenversammlung zur Annahme.

Einstimmig durchgewunken wurde eine weitere Magistrat-Vorlage unter dem Titel „Wohnen an der Offenbacher Straße“. Auf dem Gelände zwischen Bürgerhausparkplatz und dem Beratungszentrum Mitte sollen Wohnungen in Geschossbauweise entstehen, maximal vierstöckig. Rund 2830 Quadratmeter umfasst die jetzige öffentliche Grünfläche, der anliegende Parkplatz bleibt von den Plänen unberührt. Ebenso soll auch der benachbarte Spielplatz, der hauptsächlich von den Kindern der Vitos-Tagesklinik und den kleinen Besuchern des Beratungszentrums genutzt wird, erhalten bleiben. Da die Fläche zu den Grundstücken innerhalb der Entwicklungsmaßnahme gehört, steht die Baumaßnahme im Einklang mit dem Ziel, die Maßnahme so schnell wie möglich zu Ende zu bringen.

„Wir haben eine stetige Nachfrage nach Wohnbebauung“, berichtete Bürgermeister Jürgen Rogg. Auf einer Warteliste seien allein etwa 60 Bürger, Bauträger und Projektentwickler verzeichnet, die im zuletzt entwickelten Baugebiet 70 kein Grundstück mehr bekommen hatten. Nur wenige Liegenschaften befänden sich noch in städtischem Besitz. „Die meisten sind in privater Hand, wir werden demnächst versuchen, mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen.“

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Einem weiteren Bauvorhaben wollten die Bauausschuss-Mitglieder noch kein Okay geben. Etwa in der Hälfte der Nordweststraße soll auf einer Fläche von rund 6700 Quadratmetern ein Mini-Baugebiet entstehen. Bisher befindet sich das Grundstück im Eigentum der Stadt, zur Entwicklung soll es in das Treuhandvermögen überführt werden. Das sei ein merkwürdiger Vorgang, kommentierte der Ausschussvorsitzende Harald Nalbach (WIR-BfD). „Das haben wir noch nie gemacht, darüber möchte ich gerne mehr wissen.“

Die neuen Häuser sollen sich an das Bestehende anpassen, die Höhe der vorhandenen Bebauung als Maßstab gelten. Die Erschließung ist von der Nordweststraße her vorgesehen. Auch der anliegende Bolzplatz ist als Bauland einbezogen, eine Alternative möglichst in der Nähe muss noch gesucht werden. Aufgrund des noch vorhandenen Informationsbedarfs beschloss der Ausschuss, die Abstimmung bis zur nächsten Sitzung zur verschieben.

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