Metal-Jungs von „Darkest Horizon“

Träumer mit Ohrwurmcharakter

Dietzenbach - „Darkest Horizon“ ist eine der aufstrebenden Bands in der Region. Mit ihrem etwas anderen Metal-Sound und tiefgründigen Texten begeistern sie immer mehr Musik-Fans. Sie waren sogar schon auf Tour – mit der Black-Metal-Größe „Cradle of Filth“. Von Tobias Frohn

Keine Angst, die wollen nur spielen: Die Wurzeln der Metal-Band „Darkest Horizon“ liegen in Dietzenbach. Ihren Look bezeichnen sie als „Galaxiezombies“ oder „untote Aliens“.

Ihren Ursprung haben die sechs Musiker in Dietzenbach. Melodischer Metal, zeitlose Thematik in den Texten, extravagante Bühnenoutfits – alles mit Konzept und Ohrwurmcharakter. So kann man die Band „Darkest Horizon“ beschreiben, deren Wurzeln in Dietzenbach liegen. Trotzdem fühlt sich die Band keiner Szene zugehörig und lässt sich keinesfalls in Schubladen stecken. Gegründet wurde die Band Anfang 2010 von sechs ambitionierten Musikern aus Dietzenbach und dem Rhein-Main-Gebiet, die alle seit ihrer frühen Jugend Musik machen und ihre Vorliebe für härtere Klänge entdeckten. Seitdem ist viel passiert: Neben zahlreichen Live-Auftritten wurden bereits eine EP (eine CD mit wenigen Songs), ein Konzeptalbum und ein professionelles Musikvideo veröffentlicht. Das alles zog die Aufmerksamkeit mehrerer Musikzeitschriften auf sie und führte zu guten Kritiken.

Zur Besetzung gehören: Aurelius Lie (Gesang), Daniel Baum (Gitarre), Jonas Heizel (Bass), Oliver Sattler (Gitarre), Christian Mühlbauer (Keyboard) und seit kurzem Vincent Bechthold (Schlagzeug), der aus zeitlichen Gründen Philipp Hammelmann ersetzt, der weiterhin als Ersatz zur Verfügung steht. „Wir sind auf unsere Weise Träumer“, findet Sänger Aurelius Lie, der lange Jahre in Dietzenbach lebte und nach dem Abitur an der Ernst-Reuter-Schule zum Studieren nach Darmstadt zog. „Wir haben keine wirklichen Vorbilder. Wir finden uns in unserem eigenen Stil wieder und verwirklichen so unsere Begeisterung für die Musik.“

Der eigene Stil spiegelt sich auch in den Songtexten und den apokalyptisch wirkenden Bühnenoutfits wieder. Die Band bezeichnet ihren Look als „Galaxiezombies“ oder „untote Aliens“. Die Bühnenshow sei eine Kombination aus Musik und Theater, erzählt Gitarrist Daniel Baum, der in Dietzenbach aufwuchs, aktuell auch dort lebt und vor seinem Studium zum Förderschullehrer die Waldorfschule besuchte. Die Texte erzählen von verschiedenen Zeitepochen – von der Vergangenheit bis in die Zukunft – und betrachten die Welt aus verschiedenen Perspektiven. Mit positiven, aber auch negativen Themen. Politische Inhalte oder gar vulgäre Ausdrücke lehnt die Band ab. „Es wirkt nicht authentisch“, bemerkt Sänger Lie, dessen markantes Grunzen ein wesentliches Stilelement ist.

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Bei der Musik steht aber das Keyboard im Vordergrund, und die restlichen Instrumente bilden ein musikalisches Fundament drumherum. „Filmische Musik mit Metal unterlegt“, beschreibt Bassist Jonas Heizel, der in Frankfurt lebt, den Sound. Das bisherige Highlight der Bandgeschichte war eine Deutschland-Tour im Vorprogramm der erfolgreichen englischen Black-Metal-Band „Cradle Of Filth“ im November und Dezember 2015, die sie unter anderem nach Berlin und Hamburg führte. „Es war uns eine absolute Ehre“, sagt Daniel Baum zur Tour, für die sie durch ein Auswahlverfahren von „Cradle Of Filth“ persönlich bestimmt wurden.

Neben der Tour standen noch Open-Air-Festivals und weitere Konzerte auf den Plan. Dabei ging es auch mal nach Tschechien oder Slowenien. Und es werden stetig mehr einprägsame Erlebnisse. Und Fans. Ein Plattenvertrag scheint nicht mehr all zu lange auf sich warten zu lassen. Für März 2017 ist bereits das nächste Album geplant, dass, wie das erste, in den „Red Door Studios“ in Rembrücken aufgenommen werden soll. Am Samstag, 8. Oktober, kann man sich von den Musikern in Neu-Isenburg selbst überzeugen. Dann treten „Darkest Horizon“ nämlich als Headliner beim „Nois’n’Burg-Festival“ rund um das Jugendcafé auf.

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