Bebauungsplan und Bolzplatz-Wegfall beschlossen

Neue Einfamilienhäuser im Westend

Dietzenbach -   Städtische Baugrundstücke sind rar; mit den wenigen Restflächen, die noch zu vermarkten wären, beschäftigt sich das Parlament zurzeit. Von Barbara Scholze 

So soll ein neuer Bebauungsplan entlang der Abzweigungen der Nordweststraße die planungsrechtliche Grundlage für die Erweiterung des Wohnquartiers „Westend“ schaffen. Ein entsprechender Antrag mit einer Änderung durch die CDU fand nun unter Ablehnung der Grünen die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Danach sollen auf einer städtischen Fläche von rund 6 600 Quadratmetern Einfamilienhäuser entstehen. Geplant war das Areal vor langer Zeit für eine weitere Schule, die sich durch die Stadtentwicklung erübrigt hatte. Hauptaugenmerk legt der CDU-Änderungsantrag auf die Vorgaben für die Grundstücksflächen und die Höhe der entstehenden Gebäude. „Wir möchten die Interessen der Anlieger im Westend wahren und wünschen uns eine qualitativ hochwertige Bebauung in Übereinstimmung mit dem Bestand“, betonte Marvin Flatten (CDU). So sollen sich die Häuser in der Höhe an den Umgebungsgebäuden orientieren. Angedacht sind Grundstücke in der Größe zwischen 400 und 700 Quadratmetern.

Weichen muss dann auch der Bolzplatz, eine Alternative soll gesucht werden. Ein Antrag der Grünen zum Erhalt der Freizeitfläche fand keine Mehrheit. „Das würde uns 1500 Quadratmeter Grundstück kosten“, sagte Harald Nalbach (WIR-BfD). Nicht durchsetzen konnte sich ebenso ein AfD-Antrag, der Vorgaben für energieautarke Häuser machte. Damit könne die Stadt einen „deutlichen Beitrag zum Umweltschutz“ leisten und als „Versuchsbaustelle“ attraktiv werden. Harald Nalbach verwies in seiner Ablehnung auf Erfahrungen im Baugebiet 70, das zuletzt in Steinberg entstanden war. „Dort haben wir drei Bauplätze für solche Vorhaben freigehalten, aber keine Interessenten dafür gefunden.“ Gegen energieautarke Gebäude sei nichts einzuwenden, „wir wollen das aber nicht von vorneherein reglementieren“. Rainer Engelhardt, Fraktionsvorsitzender der SPD, betonte die Dringlichkeit des Vorhabens: „Wir haben keine Zeit für eine langfristige Auseinandersetzung über Wohnen ohne Stecker.“

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Keine Wohnbebauung, aber eine Neuordnung ist für den Bebauungsplan nördlich der Philipp-Reis-Straße vorgesehen. Bisher als „Industriegebiet“ ausgewiesen, gibt es nach Angaben der Verwaltung inzwischen Nutzungsanfragen, die nicht im Planungsrecht liegen. Nun soll überprüft werden, ob das Quartier zum Misch- oder Gewerbegebiet werden kann.

Bereinigen soll die Verwaltung ebenso den Bebauungsplan an der Ober-Rodener-Straße, östlich der Elisabeth-Selbert-Straße. Vorgesehen waren dort vor etwa 17 Jahren ein Sportgelände und ein Festplatz, Ideen, die jedoch vor mehr als zehn Jahren aufgegeben wurden. Geschoben hatte das Parlament dagegen die Abstimmung zu dem Bauvorhaben eines Investors östlich der Eisenbahnstraße. Gemäß der Aussprache im Bauausschuss soll die Verwaltung überprüfen, ob auf dem ursprünglich der Bahn gehörenden Grundstück neben dem Park-und-Ride-Parkplatz eventuell weitere Parkmöglichkeiten entstehen können. „Dort herrscht jetzt schon jeden Tag Chaos und es sollte für die Anwohner nicht noch schwieriger werden“, hatte Nalbach im Ausschuss gesagt. Mit einer Ablehnung beendet hat das Stadtparlament die Diskussionen um einen seit zwei Jahren kursierenden Antrag, nach dem eine Hochzeitshalle nahe der Alfred-Nobel-Straße gebaut werden sollte. Eine ausführliche Berichterstattung folgt.

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