Baulandkataster der Kreisstadt

Noch 23 private Grundstücke in Dietzenbach

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Das größte Wachstum hatte Dietzenbach in den 60er bis 80er Jahren. Inzwischen sind Baustellen wie am Stadtpark seltener geworden. Um den Grundstücksmarkt anzukurbeln, will die Stadtverwaltung ab morgen im Internet auf verbliebene Baulücken hinweisen.

Dietzenbach - Wer im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet lebt, kennt das Problem: Flächen für den Wohnungsbau werden immer knapper. Davon ist auch die Kreisstadt betroffen. Um eine Übersicht des kostbaren Gutes zu erhalten, hat die Stadtverwaltung alle verbliebenen Baulücken aufgespürt und aufgelistet. Von Carolin Henneberg 

Das Ergebnis ist zunächst einmal ein Wortungetüm, breiter als eine Spalte dieser Zeitung: Wohnbaulandpotenzial-Kataster. Es enthält insgesamt 23 private Grundstücke, die zurzeit zur Verfügung stehen. Um den Bürgern diese Grundstücke verfügbar zu machen, wird das Kataster ab dem morgigen Mittwoch auf der städtischen Internetseite freigeschaltet. „Dieser Service hilft der Belebung des Grundstücksmarktes und kurbelt die Entwicklung der Bautätigkeit innerhalb unserer Stadt an“, wirbt Bürgermeister Jürgen Rogg für das Kataster. „Endlich können Bauwillige aus einem breit gefächerten Angebot innerhalb der gewachsenen Ortslage ein freies Baugrundstück auswählen und sich darauf bewerben“, so Rogg weiter. Das interaktive Kataster stellt auf einer Karte die ungefähre Lage der Baulücken innerhalb der Dietzenbacher Stadtgrenzen dar. Per Mausklick auf eine solche Fläche erhält der Nutzer Informationen zu Flur, Flurstücksnummer und Grundstücksgröße.

Der Nutzer erfährt außerdem, wie es um die Bebaubarkeit bestellt ist, indem er einen Auszug aus dem rechtskräftigen Bebauungsplan betrachten kann. Aus Datenschutzgründen werden allerdings keine Auskünfte zu Eigentümern veröffentlicht. Interessenten können auf der Internetseite ein Kontaktformular ausfüllen, das die Stadtverwaltung dann an den jeweiligen Eigentümer weiterleitet. Anders ausgedrückt: Wer das Kontaktformular ausfüllt, bewirbt sich um das Grundstück. Damit endet aber auch schon der Service der Stadtverwaltung. Sie hat keinen Einfluss mehr darauf, ob der Eigentümer sich tatsächlich mit dem Interessenten in Verbindung setzt. Sie erteilt auch keine Auskünfte über Eigentümer oder Grundstückspreise.

Indes weist die Stadt darauf hin, dass mit der Aufnahme der Areale in das Wohnbaulandpotenzial-Kataster noch keine bauordnungs- und planungsrechtliche Aussagen zur tatsächlichen Bebaubarkeit getroffen wird. „Diese muss für jedes Grundstück konkret im Einzelfall geprüft werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Im Juni dieses Jahres hat die Kreisstadt alle Grundstückseigentümer angeschrieben und über die Veröffentlichung des Katasters informiert. Auch gab es im September nochmals eine amtliche Bekanntmachung zum geplanten Online-Start. Die Eigentümer hatten somit der Stadt zufolge die Gelegenheit, der Veröffentlichung ihres Grundstücks zu widersprechen. Diese Möglichkeit bestehe nach wie vor. Wer dies nicht wünsche, könne auch zum jetzigen Zeitpunkt noch einen Widerspruch einreichen. Dafür gibt es ein weiteres Formular auf der Internetseite.

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Interessierte sind angehalten, ausschließlich über das Kontaktformular auf der Internetseite mit dem jeweiligen Eigentümer in Verbindung zu treten. Von telefonischen Anfragen bei der Stadtverwaltung sollten potenzielle Häuslebauer absehen. Das Angebot der privaten Grundstücke im Wohnbaulandpotenzial-Kataster der Kreisstadt Dietzenbach ist ab morgen im Internet zu besichtigen.

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