Stadtmarketing-Agentur informiert über die wahrscheinliche Fortsetzung

Open-Air-Kino im Waldschwimmbad: Zurück in die Zukunft

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Im kommenden Sommer könnten wieder Filme über die Leinwand des Open-Air-Kinos im Waldschwimmbad flimmern.

Dietzenbach - Mit den Kinos der Kreisstadt scheint es wie in einem guten Hollywood-Film: Wenn schon keiner mehr an ein Happy End glaubt, kommt die plötzliche Wende. Von Ronny Paul 

Fortsetzung folgt: Nach zwei Jahren Pause könnten wohl im kommenden Jahr wieder Filme auf den Kinoleinwänden der Kreisstadt flimmern. Wie berichtet, war es lange Zeit still um das „Wir retten unser Kino“-Projekt geworden. Vergangenen Juli vielversprechend und gut besucht mit einer Ideenwerkstatt gestartet, herrschte seitdem überwiegend Funkstille zwischen den Teilnehmern und der Stadtmarketing-Agentur. In den Sozialen Netzwerken, im Stadtgespräch und in unserer Redaktion standen hinter dem „Wie geht es mit den Kinos weiter?“ viele Fragezeichen.

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Bis den Teilnehmern des Ideenworkshops am Dienstag exklusiv eine Nachricht mit der Überschrift „Zukunft für das Kino D ist gesichert“ ins Postfach flatterte. Darin verkündet Stadtmarketing-Agentur-Leiter Christoph Zens-Petzinger: Die von den Stadtverordneten im Mai durchgewunkenen finanziellen Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes – insgesamt 3.187.500 Euro, davon 47.000 Euro für den benötigten Digitalprojektor – sichern die Zukunft des Kinos. Dieser Beschluss sei laut Zens-Petzinger nicht unbedingt zu erwarten gewesen und freue die Bürgerhausverwaltung umso mehr. Denn durch den Beschluss könne eine beliebte Kultureinrichtung erhalten und abgesichert werden. „Mit dem Fortbestand des Kino D im Bürgerhaus kann auch das Open-Air-Kino im Waldschwimmbad weiter betrieben werden. Denn der Projektor wird in beiden Einrichtungen zum Einsatz kommen“, erläutert der Stadtmarketing-Agentur-Leiter in der Nachricht. Der KIP-Zuschuss decke 80 Prozent der für die Digitalisierung notwendigen Mittel, die restlichen 20 Prozent seien Eigenmittel der Kreisstadt.

„Weitere Mittel sind sicherlich noch notwendig, um zum Beispiel eine wetterfeste Überdachung für Teile des Zuschauerbereichs im Open-Air-Kino, neuen Sand für den Strandbereich oder neue Liegestühle zu finanzieren“, heißt es weiter in der Mail. Es gebe kein Förderprogramm für die Digitalisierung mehr, und so solle mit dem Ministerium ein Weg zur Bezuschussung gefunden werden, wenn es einen konkreten Zeitplan und einen Grundsatzbeschluss gebe, teilt Zens-Petzinger mit. Ebenso ist in der Mail von einer weiteren Ideenwerkstatt die Rede, deren Termin aber von städtischer Seite noch nicht offiziell bestätigt ist. Dort sollen die bereits gesammelten Ideen wie Crowdfunding, Sponsorenveranstaltungen oder Themen-Film-Abende vertieft werden.

Open-Air-Kino am Schwimmbad

Die Engagierten reagieren verwundert und gleichzeitig erfreut auf die E-Mail: „Nach all der Zeit, in der man nichts von der Projektleitung gehört hat, ist es merkwürdig, dass nun aus heiterem Himmel die Mitteilung, dass das Projekt eigentlich gerettet sei, im Postfach liegt“, sagt Mediengestalter Oliver Seib: „Ich finde es sehr schade, dass diese Intransparenz gerade bei einem Projekt, an dem die Bürger wirklich aktiv mitarbeiten können und wollen, vorliegt.“ Auch der IT-Kaufmann Timo Hellmund, der zusammen mit Seib ehrenamtlich ein Konzept für das Kino D ausgearbeitet hatte, zeigt sich verwundert: „Die plötzliche Reaktion seitens Herrn Zens-Petzinger kurz nach dem Artikel der Offenbach-Post hat mich genau so überrascht wie alle anderen Beteiligten.“ Er habe gehofft, „als Kernteam schon früher von der sicherlich bereits feststehenden Finanzierung zu erfahren“, sagt Hellmund.

Dennoch hat diese eine Mail gereicht, um beide wieder – und hoffentlich alle anderen Ideenwerkstattteilnehmer – anzuspornen. Hellmund: „Ich bin weiter hoch motiviert und freue mich auf den Workshop und die Fortschritte.“ Seib stimmt zu: „Timo und ich werden nun unter Hochdruck daran arbeiten, das Konzept fertigzustellen, damit dieses ebenfalls präsentiert werden kann.“

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Kleiner Wermutstropfen: Diesen Sommer gibt es kein Open-Air-Kino. Die KIP-Mittel müssten noch abschließend bewilligt, anschließend die Angebote aktualisiert und die Technik eingebaut werden, schreibt Zens-Petzinger. Mit dem Betrieb des Kino D könne Anfang 2017 gestartet werden, wenn die Brandschutzsanierungsarbeiten im Bürgerhaus abgeschlossen seien.

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