Rund 130 Kinder besuchen die städtischen Ferienspiele im Waldstadion

Plitschplatsch ins kühle Nass

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Dietzenbach - Blauer Himmel, warme Sonne, strahlende Kinder: So sehen die städtischen Ferienspiele im Waldstadion aus. Aber auch eine kleine Abkühlung darf natürlich nicht fehlen, egal ob im nahe gelegenen Waldschwimmbad oder einfach direkt aus dem Gartenschlauch ins Gesicht. Von Carolin Henneberg

Mit Kappen und Tüchern auf den Köpfen schützen sich die Ferienspielkinder vor der Hitze. Aber was sind schon 35 Grad im Schatten – vor allem, wenn das Freibad um die nächste Ecke zum Planschen lockt. Vom Toben lässt sich diese Woche im Waldstadion auf jeden Fall keiner abhalten. „Bei den Temperaturen müssen wir aber natürlich besonders gut aufpassen“, weiß hingegen Ferienspielleiter Gerry Zotzel, „wir achten drauf, dass sie nicht zu lange in der prallen Sonne spielen, schicken sie auch mal in den Schatten, cremen ein und fordern natürlich immer wieder zum Trinken auf.“

Was bei den rund 130 Kids – inklusive einer Integrationsgruppe mit zwei zusätzlichen Betreuern – an erster Stelle steht, dürfte aber wohl klar sein: „Das Schwimmbad ist super“, sagt Tabea. Die Elfjährige ist schon ein echter Ferienspiele-Veteran, war schon oft mit dabei. Heute steht Training für den „Gesäßbomben Content“ an, wie Zotsel den Spaß im Freibad nennt. Tabea aber feilt erst mal noch mit Schmirgelpapier weiter an ihrem Stück Kokosnussschale: „Ich mache einen Zahn, den ich am Ende an eine Kette hängen möchte.“ Ihre beiden Freunde, die Zwillinge Max und Eva, tun es ihr gleich. Max aber arbeitet an einem Gitarren-Plektrum, das er später einem Freund schenken möchte. „Ich bin zum ersten Mal hier“, sagt er, „aber es macht viel Spaß!“ Ihre Gruppen haben sich die Sieben- bis Zwölfjährigen übrigens selbst ausgesucht. Ebenso wie den passenden Team-Namen. „Wir heißen Pandora“, erzählt Max, „die anderen nennen uns aber auch die Illuminaten, weil wir ein Dreieck in unserem Symbol haben.“ Das diesjährige Motto: Olympia zu Gast in Dietzenbach.

Neben Schwimmen, Schmuck schnitzen und Ausflügen etwa zum Frankfurter Goetheturm steht auch Batiken auf dem Programm. In leuchtendem Blau und strahlendem Rot haben sich die Gruppen ihre eigenen Shirts gemacht. Auch ein Fußballturnier steht die ganzen zwei Wochen über an. „Am Ende spielt die Siegermannschaft gegen die Betreuer“, berichtet Nina Schmunk, selbst alter Hase im Ferienspiel-Business. „Schon als Kind war ich mit Freunden und meinem Bruder hier“. Acht Jahre kümmerte sie sich dann als Betreuerin um die Gruppen. Heute ist sie Teil des Organisations-Teams. „Hier gibt es keinen Fernseher, kein Handy. Die Kinder erleben die Natur, schaffen Dinge mit ihren eigenen Händen“, sagt sie. Wer hier mitmache, lerne auf ganz andere Art und Weise, als es in der Schule der Fall sei. „Es ist Sommer, es sind Ferien, die Kinder tollen unter freiem Himmel herum und fühlen sich einfach frei“, und das merke man ihnen an. Auch Streit gebe es so gut wie gar nicht: „Wir kommen alle super miteinander klar“, freut sich Schmunk.

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Das kann auch Gerry Zotzel nur bestätigen, der vor allem das Engagement seiner Betreuer hervorhebt: „Hier geht keiner nach der Arbeit gleich nach Hause, erst setzen sich alle noch mal zusammen, besprechen den Tag.“ Doch jedes Mal wieder genug Teamer zu bekommen sei gar nicht so leicht. „Es gibt einen kleinen festen Stamm, der sich jedes Jahr freischaufelt für die Zeit“, ansonsten ist der Ferienspielleiter aber immer auf der Suche nach neuen Interessierten. „Ab Januar kann man sich bei uns melden, etwa den Namen vormerken lassen.“

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