In der Nähe des Lindenhofes

Polizei ermittelt wegen Sondermüll am Feldwegrand

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Direkt am Wegesrand in der Nähe des Lindenhofes liegt der Schutthaufen mit den Eternitplatten. Der Radlader soll schon seit Jahren dort vor sich hinrosten. Der Erdboden darunter ist „kleinräumig verunreinigt“, wie der Kreis Offenbach festgestellt hat.

Dietzenbach - Wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen und Bodenverunreinigung ermitteln Polizei und der Kreis Offenbach gegen einen Grundstücksbesitzer in der Feldgemarkung. Der gibt sich gegenüber unserer Zeitung reumütig. Von Norman Körtge

Ein Handgriff, ein kurzer Blick über die Bruchkante der Platte und Kriminaloberkommissar Thomas Zeisenberger ist sich sicher: „Asbest – zu 90 Prozent.“ Zeisenberger steht auf einem Feldweg unweit des Lindenhofes am Oberröderweg. Direkt daneben liegt ein großer Haufen mit Bauschutt. Darunter Metallrohre, aber eben auch Eternitplatten. Gefahr sei bei der feuchten Witterung nicht im Verzug, meint der Beamte von der Kriminaldirektion für Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherdelikte. Aber eine Strafanzeige wegen „unerlaubtem Umgang mit Abfällen“ werde es geben, heißt es vonseiten der Polizei.

Dass Zeisenberger Mitte der Woche vom in Offenbach ansässigen Polizeipräsidium Südosthessen in die Kreisstadt gekommen war, um das Grundstück in der Nähe der Kreisquerverbindung unter die Lupe zu nehmen, dürften viele Spaziergänger und Gassigeher mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben. Denn schon seit Langem scheinen sich diese über den Zustand des Grundstücks zu ärgern. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat aber der Bauschutthaufen mit den Eternitplatten direkt am Wegesrand. Bereits im Dezember hatte sich ein Leser an die Redaktion gewandt mit der Bitte, die „Schweinerei“ öffentlich zu machen, das Ordnungsamt könne nichts machen, da es ein Privatgrundstück sei. Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende Andrea Wacker-Hempel kennt das Grundstück und hatte in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung die Verwaltung auf die Müllablagerung angesprochen. Der Bitte, die Bilder und den Hinweis über die städtische Homepage per „Mängelmeldung“ weiterzuleiten, seien die Grünen sofort nachgekommen. „Die Antwort kam postwendend: das ist ein privates Grundstück, da ist das Ordnungsamt zuständig“, heißt es in der am Donnerstag verschickten Pressemeldung. Und weiter: Der Ordnungsamtsleiter habe diese Aussage bestätigt und erklärt, dass diese Ablagerung schon länger bekannt sei und beim Kreis bereits gemeldet wurde.

Informiert worden ist der Kreis Offenbach auf jeden Fall von Kriminaloberkommissar Zeisenberger. Nachdem er den Schutthaufen begutachtet hat, schreitet er zu dem auf dem Gelände abgestellten Radlader, schaut sich das Erdreich darunter an und riecht daran. Irgendwelche Betriebsmittel scheinen im Boden versickert zu sein. Zeisenberger greift zum Handy und bittet eine Mitarbeiterin des Fachdienstes Umwelt des Kreises vorbei zu kommen. Die ist 20 Minuten später auch vor Ort. Sie stellt „eine kleinräumige Verunreinigung“ fest. Wie der Kreis Offenbach schließlich weiter mitteilt, werde nun der Grundstücksbesitzer unter Fristsetzung aufgefordert, diese zu entfernen. „Dies werde auch kontrolliert“, so Kreis-Pressesprecherin Kordula Egenolf. Und die Polizei ermittelt wegen des Straftatbestandes der Bodenverunreinigung, wie die Polizei-Pressestelle bestätigt. Sobald die genommenen Proben analysiert seien, gehe das alles an die Staatsanwaltschaft.

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

Das Grundstück gehört zu einer im Dietzenbacher Gewerbegebiet ansässigen Gartenbaufirma. Deren Chef gibt sich auf telefonische Anfrage nahezu reumütig. Der Bauschutt und die Eternitplatten seien dort nur „zwischengelagert“ worden, wie auch das ganze Grundstück nur als Zwischenlager für Grünschnitt diene. Nächste Woche würde er zwei Mitarbeiter abstellen, die den Müll entsorgen. Auch der Radlader, der schon seit Jahren dort steht, aber seit Längerem verkauft sei, werde nächste Woche vom neuen Besitzer abgeholt, verspricht er.

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