Rückverschwisterung mit Vélizy: Freundschaft pflegen und beleben

Radelnd in die Schwesterstadt

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Nach rund 650 Kilometern waren sie am Ziel, die Radler aus der französischen Schwesterstadt Vélizy. Auch ein Team vom hiesigen Radsportclub war auf der letzten Etappe bis zum Europaplatz vor dem Rathaus mit dabei.

Dietzenbach - Geschenke, neu unterzeichnete Urkunden und gute Stimmung: Auch nach längerer Pause scheint die Freundschaft zwischen Vélizy und Dietzenbach ungebrochen. Von Barbara Scholze 

Einen von mehreren Bembeln gab’s von Bürgermeister Jürgen Rogg (links) für den französischen Kollegen Pascal Thevenot.

Seit vier Jahrzehnten ist Dietzenbach mit der Stadt Vélizy-Villacoublay nahe Paris verschwistert. Dass die Partnerschaft trotz mancher Unkenrufe für die weitere Zukunft gut aufgestellt ist, zeigte ein Besuch der Franzosen in der Kreisstadt. Obwohl es seit längerer Zeit keine offizielle Begegnung mehr gegeben hatte, zeichnete sich die unter dem Thema „Rückverschwisterung“ stehende Zusammenkunft durch den Willen aus, die Freundschaft zu pflegen, zu beleben und an die jüngere Generation weiterzugeben. Das zeigten schon die meisten französischen Besucher mit der Wahl ihres Reisemittels. 14 Véliziens bewältigten die rund 650 Kilometer zwischen den beiden Städten mit dem Fahrrad. „Dabei waren sie ganz schön hart im Nehmen, es gab bei schlechtem Wetter einige Stürze“, berichtete Erster Stadtrat Dieter Lang, der die Delegation bereits in Worms, der letzten Station vor Dietzenbach, getroffen hatte. Trotz Blessuren und Erschöpfung radelte die Gruppe am Pfingstsamstag pünktlich um 14.25 Uhr auf den Europaplatz vor dem Rathaus. Verstärkt wurde die sportliche französische Delegation durch ein Team des Radsportclubs Dietzenbach rund um Bernd Keim, das die letzte Etappe mitgefahren war.

„Wir sind sehr stolz, das ist schon ein besonderer Moment“, betonte Lang zur Begrüßung. Nach einer längeren Pause in der Freundschaft hatte der Stadtrat kurz nach seinem Amtsantritt im Juni des vergangenen Jahres den Kontakt mit der Verwaltungsspitze von Vélizy wiederaufgenommen. „Jetzt können wir alte Freundschaften aufleben lassen und neue knüpfen“, freute er sich. Ganz im Zeichen der wiedererstarkten Beziehung stand ebenso der sich am Abend anschließende offizielle Empfang in der Gaststätte „Zur Linde“, zu dem auch Bürgermeister Pascal Thevenot, sein Stellvertreter Bruno Drevon und Stadtrat Alexandre Richefort angereist waren.

Die Stimmung unter Gastgebern und Gästen war gut. So konnte Jürgen Heyer mit einem spontanen musikalischen Beitrag einen ersten großen Beifall einfahren. Der Dietzenbacher Ehrenbürgermeister gilt als einer der Väter der Verschwisterung mit Vélizy und trägt die Ehrenbürgerschaft der französischen Stadt ebenso wie der verstorbene ehemalige Sport- und Kulturamtschef Heinrich Steinheimer. Mit einer weiteren Ehrenbürgerschaft überraschte Thevenot nun seinen deutschen Amtskollegen Jürgen Rogg. „Es sind immer die Menschen, die Bande knüpfen“, sagte der Franzose, der selbst bereits als Jugendlicher Dietzenbach besucht hatte.

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Vor allem angesichts der Bedrohung durch den Terror sei es wichtiger denn je, „dass wir zusammenfinden und zusammenhalten“. Auch Rogg forderte auf: „Wir müssen uns die Verbundenheit immer vor Augen halten, auch wenn die politische Großwetterlage mal wieder auf Sturm steht.“ Ihm zur Seite stand die frisch gekürte Stadtverordnetenvorsteherin Christel Germer, die charmant und gekonnt die Übersetzungen ins Französische übernahm. Entsprechend schwungvoll setzten alle Beteiligten erneut ihre Unterschriften unter die Partnerschaftsurkunden. Nach dem Austausch etlicher Geschenke, unter anderem überreichte Bernd Keim vom Radsportclub einen großen Bembel an die Franzosen, ging es ans Pläneschmieden. So steht im kommenden Jahr eine Reise nach Vélizy an. „Jetzt sind es auch die jungen Leute, die zueinander finden müssen“, kündigte Thevenot an.

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