In den kommenden Wochen gehen Bauarbeiter ein und aus

Sanieren bei laufendem Betrieb im Bürgerhaus 

Dietzenbach - Noch bis Ende des Jahres müssen sich die Vereine gedulden. Dann können sie, wenn die Sanierung planmäßig verläuft, die Kellerräume im Bürgerhaus nutzen. Von Barbara Scholze 

Endlich kann es losgehen: Nach neunmonatiger Prüfzeit hat die Kreisverwaltung die Baugenehmigung für die Anpassung der Brandschutzmaßnahmen im Bürgerhaus erteilt. Grund genug für die Abteilung Bau- und Immobilienmanagement, flott zu reagieren. Wie Fachbereichsleiterin Sandra Homberg im Bauausschuss mitteilte, wurden in einem beschränkten Vergabeverfahren bereits vier Baumaßnahmen ausgeschrieben und durch den Magistrat vergeben. Starten können die Arbeiten zu Rohbau, Anstrich, Trockenbau sowie einem Teil der Brandschutztüren also in ein bis zwei Wochen. Ebenso läuft die Ausschreibung etwa zu den Bereichen Elektro, Lüftung und Böden. „Die Auswertungen erfolgen ab Mitte Juli“, teilte die Fachbereichsleiterin mit.

28 Jahre alt ist das Bürgerhaus nun. Neben der dringend notwendigen Brandschutzsanierung hat das Verwaltungs-Team schon zu Beginn des vergangenen Jahres einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der weitere Investitionen und Instandhaltungen auflistet. Geplant ist etwa die Sicherung der Flucht- und Rettungswege sowie Arbeiten an der Entrauchung. Darüber hinaus werden die Sicherheitseinrichtungen auf den neuen Stand der Technik gebracht und der Brandüberschlag zum Rathaus wird neu bewertet. Für eine Evakuierung des Gebäudes im Notfall müssen die Alarmierungssysteme erneuert werden, und die Hygienevorschriften verlangen eine Aktualisierung der Trennstation, die Lösch- und Trinkwasser unterscheidet. Darüber hinaus geht es um Anpassungen hinsichtlich der Barrierefreiheit.

Erstellt hat die Bauabteilung auch ein Zeit-Konzept für die Aktualisierung der unterschiedlichen Räumlichkeiten. Großer Saal, Bistro, Foyer und Obergeschoss sowie Musikräume, Pub, Aktionstheater, Technik, Kolleg- und Lagerräume, Küche und Büros werden in mehreren Bauabschnitten bearbeitet. „Bis Ende des Jahres soll der Umbau im Untergeschoss abgeschlossen sein“, kündigte Sandra Homberg an. Dabei werden die Bauarbeiten im laufenden Betrieb stattfinden und sich an die Veranstaltungen anpassen.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Vor allem hinsichtlich der Brandschutzauflagen hatte sich das Stadtparlament vor längerer Zeit deutlich für eine Sanierung ausgesprochen. Finanziert werden soll sie mit dem Erlös aus dem Verkauf der Gaststätte „Zur Linde“, der rund 415.000 Euro in die Stadtkasse gespült hatte. Darüber hinaus gibt es im Haushalt ein jährliches Budget für die Bauunterhaltung des Bürgerhauses. „Nach Auswertung der Vergabeergebnisse liegen bis jetzt alle Kosten innerhalb der Kalkulationen“, so Homberg.

Heiß ersehnt von manchem Verein ist die Freigabe der Probenräume im Keller, dort, wo früher einmal die Kegelbahn war. In Warteposition ist unter anderem die Musikervereinigung, die bereits im Frühjahr aus der Linde ausgezogen ist, weil der neue Besitzer dort eine für den Verein zu hohe Miete verlangte. Bis die Arbeiten im Bürgerhaus eine Nutzung der Räume zulassen, haben die Musikanten Unterschlupf bei den Geflügelzüchtern gefunden.

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