Erster Stadtrat Lang: „Umzug hat wunderbar geklappt“

Schulungen für Flüchtlinge geplant

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119 Menschen leben in der neuen Unterkunft an der Lise-Meitner-Straße.  

Dietzenbach - Die neue Asyl-Unterkunft ist fertig, die Wohnungen sind bezogen. Als Nächstes sind Schulungen für die Flüchtlinge geplant. Von Barbara Scholze 

Knapp 300 Geflüchtete leben derzeit in der Kreisstadt. „Nach außen ist alles sehr ruhig, aber im Hintergrund läuft die Verwaltung auf Hochtouren“, berichtete Erster Stadtrat Dieter Lang (SPD) im Ausschuss für Soziales. Vor allem die vergangenen Wochen seien durch den Umzug vieler Asylbewerber in die neue Unterkunft an der Lise-Meitner-Straße bestimmt gewesen. 119 Personen aus verschiedenen Unterkünften in der Stadt leben nun in dem Neubau. Das Camp im Waldstadion ist zwischenzeitlich geräumt. „Im Großen und Ganzen hat mit dem Umzug alles wunderbar geklappt“, so Lang. Einen besonderen Dank richtete er an die Mitglieder der Flüchtlingshilfe, die den Ein- und Auszug tatkräftig unterstützt und ein Willkommenscafé in dem neuen Gebäude eingerichtet hatten.

Dennoch hätten sich gerade anlässlich des Umzuges Problemfelder herauskristallisiert, die es dringend anzugehen gelte. „So haben wir gesehen, dass es nicht einfach ist, unser Prinzip der Mülltrennung zu vermitteln“, sagte der Stadtrat. Vor allem der Unterschied zwischen Rest- und Sperrmüll habe sich nicht eingeprägt. Auch in Sachen Hygiene seien Nachhilfestunden notwendig.

In der Nachbesprechung zum Umzug habe das Verwaltungs-Team daher Themen aufgelistet, mit denen die Flüchtlinge sich auseinandersetzen sollen. Dazu gehören etwa Ernährung und Kindererziehung, aber auch Diebstahlsprävention und Konfliktlösung. Lang betonte: „Für uns sind das oft Basics, die bei den Zugewanderten aber nicht selbstverständlich voraussetzbar sind.“ Es sei damit zu rechnen, dass die Schulungen viel Zeit erfordern. „Auch wenn der Druck hinsichtlich der Beschaffung von Unterkünften angesichts der sinkenden Flüchtlingszahlen etwas nachgelassen hat, haben wir doch genug zu tun.“

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Viel Kapazität zur Unterbringung habe die Kreisstadt nun trotz aller Bau- und Umbautätigkeiten nicht mehr. In der Lise-Meitner-Straße sind zwei Apartments frei, dort könnten eventuell Jugendliche, die zurzeit im Göpfert-Haus wohnen und die Volljährigkeit erreicht haben, in eine betreute Wohngemeinschaft ziehen. Auch die Gemeinschaftsunterkunft am Kindäcker Weg hat noch zwei freie Zimmer. „Damit können wir den Wohnraum etwas luftiger gestalten“, so Lang.

Wie Sandra Homberg, Fachbereichsleiterin Bau und Immobilienmanagement, mitteilte, laufen die Arbeiten in der Justus-von-Liebig-Straße, wo ein ehemaliges Bürogebäude zur Gemeinschaftsunterkunft und zu einem „Haus der Integration“ umgebaut wird. Mit der Fertigstellung des Gebäudes, das für maximal 180 Bewohner ausgelegt ist, ist abschnittsweise von Mitte August bis Anfang Oktober zu rechnen. Die Unterkunft, die der Kreis an der Ober-Rodener Straße baut, soll Lang zufolge Anfang bis Mitte September fertig sein. Das Göpfert-Haus wird voraussichtlich im Oktober frei, dann ziehen die Bewohner nach Heusenstamm um. „Der Vertrag mit dem Kreis, der für die Minderjährigen zuständig ist, läuft bis November, und die Kreisverwaltung wird auch die Rückbaukosten übernehmen“, sagte der Stadtrat. Allerdings empfehle er, die Prognose der Flüchtlingszahlen abzuwarten.

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