„Neugründung macht wenig Sinn“

IG sieht im Sportzentrum Dietzenbach keine Bereicherung

Dietzenbach - Ein neuer Verein in Gründung? „Prinzipiell eine feine Sache“, stellt der Vorstand der Interessengemeinschaft der Sport- und Freizeit-Vereine fest. Im Falle des Sportzentrums Dietzenbach seien die Dinge freilich anders gelagert. „Diese Vereinsneugründung macht wenig Sinn und schwächt sogar das Ehrenamt in Dietzenbach“, urteilt die IG. Von Holger Borchard

„Satzungsgemäß ist die Interessengemeinschaft der Sport- und Freizeitvereine in Dietzenbach immer erfreut über ein zusätzliches Angebot im reichhaltigen Vereinsangebot unserer Heimatstadt“, schreiben zehn Repräsentanten der Interessengemeinschaft der Sport- und Freizeit-Vereine (IGSF) in einer Stellungnahme. „Leider nur wird der neue Verein Sportzentrum Dietzenbach nichts Neues anbieten.“ Vielmehr werde er aus Motiven gegründet, „die sich nicht jedem Außenstehenden erschließen und überhaupt nichts mit einer Bereicherung des Sportangebots in unserer Stadt zu tun haben“.

Neben dem IGSF-Vorsitzenden Urs Schäfer (TG) und Stellvertreter Ralf Reichelt (FC) haben Werner Pellmann, Rolf Mattil (beide SC Steinberg), Giesela Kiess (SG), Kira Bendel (TG), Guido Kaupat (Tell-Schützen), Doris Springer (TGS), Gisela Decker (Arbeitergesangverein) sowie Barbara Scholze (Kinder- und Jugendzirkus Chicana) ihre Namen unter die Mitteilung gesetzt. Deren Tenor lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Der Vorstand der IGSF müsse leider feststellen, „dass diese Vereinsneugründung nur dem bestehenden Angebot Konkurrenz machen soll und auch darauf ausgerichtet ist, Ehrenamtliche und Mitglieder aus anderen Vereinen abzuziehen.“

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Sowohl der SC als auch Sportgemeinschaft und Turngemeinde verfügten über gut funktionierende Turn- beziehungsweise Tanzabteilungen mit Breitensport, Leistungssport und vielfältigem Fitnessangebot, heißt es im IG-Schreiben. In den meisten dieser Angebote seien noch Plätze frei, lediglich beim Eltern-Kind-Turnen und teilweise bei der Rückenfitness gebe es Kapazitätsprobleme. „In Zeiten, in denen Sportvereine mehr und mehr Kooperationen eingehen müssen, um effektiver arbeiten und wirtschaften zu können und die öffentlichen Fördergelder immer knapper werden, ist diese Neugründung durchaus kritisch zu sehen“, stellen die IG-Vertreter fest. Dazu winken sie im Hinblick auf kommunale Förderung mit dem Zaunpfahl: „In den Förderrichtlinien der Stadt Dietzenbach steht, dass neue Vereine, die dieselben Sportarten anbieten wie bestehende Vereine, in Dietzenbach keine Förderung erhalten.“

Kritische Töne schlägt die IG darüberhinaus in Bezug auf Äußerungen zum Thema Finanzen an. Hintergrund: Die Sportzentrums-Verantwortlichen haben verkündet, dass ihnen für eine Spanne von zehn Jahren per anno 40.000 Euro zur Verfügung stehen. „Das hört sich erst mal gut an“, kommentiert die IG und fragt: „Doch woher kommt das Geld eigentlich?“ Abgesehen davon würde dieses Budget einem etablierten Verein in Dietzenbach sehr helfen, die Leistung seiner Turn- oder Tanzsparte extrem voranzubringen.

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Laut Aussage des Sportzentrums-Vorsitzenden dürften die genannten Mittel freilich nicht für den Kauf von Sportgeräten oder gar den Bau einer eigenen Halle verwendet werden. Dennoch gebe der neue Verein das Ziel aus, in circa fünf Jahren eine eigene Halle haben zu wollen. „Wie das funktionieren soll, erschließt sich uns nicht“, unterstreicht der IGSF-Vorstand und bekräftigt: „Diese Neugründung macht bei genauerer Betrachtung wenig Sinn und schwächt sogar das Ehrenamt in Dietzenbach!“

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