Berlin, Berlin, wir laufen nach Berlin

OLV Steinberg startet Staffel in die Hauptstadt

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Immer mit Spaß dabei: die Orientierungsläufer des OLV Steinberg beim Staffellauf ins oberbayerische Obermaxlried vor zwei Jahren.

Dietzenbach - In Fußballstadien ist der Ruf „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ Usus. Steinberger Orientierungsläufer dichten das kurzerhand in „Berlin, Berlin, wir laufen nach Berlin“ um: Sie starten eine Staffel in die Hauptstadt. Von Ronny Paul 

Der Orientierungslaufverein (OLV) Steinberg besucht den befreundeten Sportverein „Alex 78 Berlin“. Dessen Orientierungsläufer feiern ihren 30. Geburtstag. Da wollen die Dietzenbacher natürlich dabei sein und persönlich gratulieren. In die Hauptstadt reisen sie aber nicht etwa mit Flugzeug, Auto oder Bahn, sondern per pedes. Ganze 666 Kilometer wollen mehr als 20 Orientierungsläufer in sieben Tagen zurücklegen. Natürlich nicht am Stück und ohne Pause, sondern in der Staffel. Zehn Stunden, zehn Etappen täglich sind geplant: „Im Schnitt laufen wir acht Kilometer pro Stunde“, schätzt Adam Coppik, Vorsitzender des OLV Steinberg. Zwischen 8.30 und 18.30 Uhr geben sich die Läufer stündlich den Staffelstab in die Hand. Die, die nicht laufen, fahren in Autos weiter, sieben bis acht Pkw begleiten die OLVler. Übernachtet wird in Hotels an den jeweiligen Etappen.

Der Startschuss fällt am Samstag, 20. August, 8.30 Uhr, auf dem Europaplatz. Von dort geht’s am ersten Tag rund 80 Kilometer in nordöstlicher Richtung bis nach Nieder-Moos. Dabei haben alle ein gemeinsames Ziel vor Augen: die Hauptstadt, wo die letzten Meter die Straße des 17. Juli entlang bis hin zum Brandenburger Tor führen. Dort empfängt Christian Hanke, Bezirksbürgermeister des Bezirks Berlin-Mitte, die Dietzenbacher. Adam Coppik hat die Strecke nicht etwa per Online-Routenplaner, sondern traditionell mit Landkarten, also quasi am Reißbrett durchgeplant. „Unsere Läufe leben immer von Überraschungen und Unverhofftem“, sagt Coppik, lacht und ergänzt: „Das macht einfach mehr Spaß.“ Dabei geht es vor allem um das Miteinander und das Credo: „Der Langsamste ist genauso wichtig wie der Schnellste.“

Laufen und Trimmen: Mehr Abwechslung beim Workout

Und auch das Schwatzen während des Kilometerfressens darf nicht zu kurz kommen: „Wenn man so schnell läuft, dass man nicht mehr reden kann, ist man zu schnell“, sagt Coppik, der bereits mit Staffeln unter anderem nach Obermaxlried, Luzern und Salzburg sowie in Dietzenbachs Partnerstädte Vélizy und Rakovnik gelaufen ist. Laufen ist für Coppik „eine Gefühlssache, die man nicht beschreiben kann“. Neulinge schwärmen meist: „Sie seien für eine Woche weg von den Sorgen, von der Firma, von allem“, betont der 71-Jährige. „Die Landschaften wirken auf einen.“ „Salben für kleine Verletzungen haben die Läufer immer im Gepäck – wenn einer etwas nicht mithat, helfen die anderen aus“, sagt der OLV-Vorsitzende.

Die Staffelläufer freuen sich zudem über jeden Kurzentschlossenen, der noch mit in die Hauptstadt laufen möchte. Die Alterspanne der Gruppe erstreckt sich von 23 bis 75 Jahre. „Wir haben immer gute Stimmung beim Laufen“, wirbt Coppik. Die Übernachtungen zahlen die Teilnehmer selbst (rund 40 Euro pro Nacht), die Trikots stellt der OLV. Benötigt werden Laufschuhe und Wechselkleidung. Die Rückfahrt treten die Läufer mit dem Auto an. Wen die Lauflust gepackt hat, der meldet sich bei Adam Coppik unter 06074/28119 oder schreibt eine Mail an adamcoppik@gmx.de.

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