50 Jahre Jugendfeuerwehr Dietzenbach

Die Superhelden von morgen

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Auf einem Gelände an der Assar-Gabrielsson-Straße im Gewerbegebiet mussten die Nachwuchs-Feuerwehrleute verschiedene Einsatzszenarien meistern. Unter anderem galt es brennende Autos zu löschen.

Dietzenbach - Mit einer akademischen Feier im Rathaus und einer großen Übung im Gewerbegebiet hat die Jugendfeuerwehr der Kreisstadt ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Von Sascha Dreger 

Ein Großalarm zum 50-jährigen Bestehen. Flammen schlagen aus zwei umgekippten Autos und aus einer angrenzenden Lagerhalle quillt dichter Rauch. Direkt daneben ein weiterer Brandherd. Die Dietzenbacher Jugendfeuerwehr demonstrierte am Samstag bei ihrer Jubiläums-Übung ihr Können. Unterstützt von Nachwuchsrettern aus Offenthal und Rodgau sowie vom Deutschen Roten Kreuz waren etwa 80 Jugendliche an der Assar-Gabrielsson-Straße im Gewerbegebiet im Einsatz. Die Handgriffe saßen und die Flammen waren schnell unter Kontrolle. Viel Fingerspitzengefühl und den sicheren Umgang mit hydraulischen Werkzeugen mussten die jungen Retter beim Befreien verletzter Personen aus einem weiteren Unfallfahrzeug beweisen.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Übung, es lief alles nach Plan“, sagte Jugendfeuerwehrwart Fabian Flößer abschließend und zeigte sich stolz über die bravouröse Leistung der jungen Brandschützer bei ihrer Jubiläumsübung. Am Abend zuvor war im Rathaus feierlich auf ein halbes Jahrhundert Jugendfeuerwehr in Dietzenbach zurück geblickt worden. Rund 100 Gäste begrüßte Bürgermeister Jürgen Rogg im Stadtverordnetensitzungssaal zur akademischen Feier. Neben den Dietzenbacher Brandschützern waren auch Kameraden von Feuerwehren aus dem Kreis Offenbach sowie eine Abordnung der Partner-Jugendfeuerwehr aus dem französischen Montaigu zu Gast.

Ein goldfarbener Feuerwehrhelm zum Jubiläum: Kévin Rasmus (links) aus Montaigu überreicht ihn an Fabian Flößer.

„In der Jugendfeuerwehr zu sein, heißt schon in jungen Jahren Verantwortung und die Bereitschaft zum Helfen zu übernehmen“, sagte Rogg eingangs. Das ehrenamtliche Engagement sei ein großer Dienst an der Gesellschaft von morgen. „Denn wer fährt die Einsätze in zehn bis 15 Jahren, wenn nicht gut ausgebildeter Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr kommt?“, so Rogg weiter. „Ihr seid meine Superhelden“, meinte CDU-Landtagsabgeordneter Ismail Tipi in seinem Grußwort. Auch Kreis-Jugendfeuerwehrwart Oliver Meyer und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Thomas Peters gratulierten. Glückwünsche kamen ebenso vom Lions Club Dietzenbach. Zudem gab es zahlreiche Geschenke. Mit einem gold-glänzenden Einsatzhelm hatten die Gäste aus Montaigu ein besonderes Geschenk im Gepäck, und betonten die gute Partnerschaft der beiden Jugendfeuerwehren seit über 20 Jahren.

Aktive Jugendarbeit, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen und die Sicherung von nachrückenden Einsatzkräften sind für Jugendwart Fabian Flößer die Grundsteine der vergangenen 50 Jahre Jugendfeuerwehr in Dietzenbach. Auch Stadtbrandinspektor Michael Plahusch sieht diese Faktoren als tragende Säulen.

Fotos zum Tag der offenen Tür im Gefahrenabwehrzentrum

Gemeinsame Ausflüge, Wochenendfreizeiten oder Wettkämpfe gehören zur Jugendarbeit. „Es ist immer was los“, sagte Plahusch, der selbst sieben Jahre Jugendwart war. „Ein Höhepunkt ist jedes Jahr die Sommerfreizeit, da geht nicht immer alles glatt“, erinnert er sich. Den Satz: „Wenn du den Schlüssel vom Sprinter suchst – der ist da, im Meer“, wird er wohl ebenso wenig vergessen, wie die dreitägige Wartezeit auf den Ersatzschlüssel. Alexander Wolf, Vorgänger von Flößer, erinnert sich besonders durch eine Übung mit Pkw-Brand an seine Zeit als Jugendwart. „Die haben es damals etwas übertrieben beim Anzünden“, berichtete er: „Bei der starken Rauchentwicklung war sich selbst die Leitstelle nicht mehr sicher, ob es sich nur um eine Übung handelt“.

Fotos und Filme aus den vergangenen Jahren sorgten für Heiterkeit im Saal und zeigten, auf eine Leinwand projiziert, den Spaß, den die jungen Brandschützer haben. Ehre wem Ehre gebührt hieß es für Maximilian Bayerlein, Thomas Bachmann und Mehmed Bujakovic. Als Dank und Anerkennung für ihre Verdienste in der Jugendarbeit wurden sie mit der bronzenen Florian-Medaille des Landes Hessen ausgezeichnet.

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