Tierheilpraktikerin Corinna Brzinsky gibt Tipps

Abkühlung für die Fellnasen

Dietzenbach - Es ist heiß – der Schweiß läuft, die Haut glüht. Für uns Menschen kein großes Problem: dünner anziehen, unter die Dusche springen, ein Eis schnabulieren oder ne’ kalte Limo aus dem Kühlschrank schlürfen. Von Carolin Henneberg 

„Beerentraum“ für Mischlingsrüde Yoshi, der von dem leckeren Hundeeis von Frauchen Corinna Brzinsky gar nicht genug bekommt. Eine enorme Anziehungskraft hat wohl auch die Wassermelone in Form eines Knochens.

Wesentlich schwerer ist das allerdings für unsere Freunde im Fellkleid. Tierheilpraktikerin Corinna Brzinsky gibt Tipps, wie wir unseren Vierbeinern helfen können. „Was natürlich immer gegeben sein muss, ist der unbegrenzte Zugang zu frischem Wasser“, sagt Corinna Brzinsky. Abgestandenes aus Pfütze oder Teich sei nicht geeignet, „da wuseln einfach zu viele Bakterien rum“, weiß die Tierheilpraktikerin. Und auf Durchfall kann Fiffi bestimmt gut verzichten. Auch bei längeren Reisen im Auto muss Herrchen frisches Trinkwasser und einen Napf einpacken. „Der Wasserbedarf liegt bei Hunden und Katzen bei 50 Millilitern pro Kilogramm, variiert allerdings je nach Anstrengung, Temperatur und Verfassung.“ Was jedem Hundehalter klar sein sollte: Niemals im heißen Auto lassen oder vor einem Geschäft in sengender Hitze anbinden.

Neben dem Baden im lauwarmen oder kühlen Wasser – es sollte aber nicht zu kalt sein – gibt’s auch die Möglichkeit einer Kühlmatte. „Alle gängigen Futterhäuser oder Fachgeschäfte führen solche Unterlagen“, sagt die Dietzenbacherin. Weniger zu empfehlen sei es, den Tieren nasse Handtücher aufzulegen: „Die Hitze staut sich darunter, das kann wieder kontraproduktiv sein.“ Auch Kühlmäntel und -Halsbänder hält der Handel bereit. Aber Vorsicht: Nicht jeder Fellträger steht auf die kühlenden Accessoires. Auch der Gartenschlauch kann Abkühlung schaffen, einfach die Beine leicht abspritzen. „Was aber auch oft schon hilft: Den Tieren einfach ihren Freiraum lassen. Sie suchen sich kühle Plätze schon selbst, ziehen sich etwa auf Fliesen oder in Kellerräume zurück“, weiß die Tierheilpraktikerin.

Behelfen können sich Tier und Mensch außerdem, indem sie ihre Gassi-Runde so früh und so spät wie möglich drehen – der Wald ist dabei eine besonders gute Wahl. Große Spaziergänge sollten ebenso wie Sport besser vermieden werden.“ Was wir oft vergessen, weil wir ja Schuhe tragen: Der Asphalt wird sehr schnell sehr heiß. Für die Pfoten unserer pelzigen Freunde steht Verbrennungsgefahr an. Auch mit dem Fresschen kann Mensch seinen treuen Begleitern etwas Gutes tun – aber immer nur in kleinen Mengen an heißen Tagen. Ein bisschen kühle Wassermelone, auch wenn sie nicht in Form eines Knochens ausgestochen wird, bewirkt wahre Wunder. Wer ambitionierter an die Sache rangeht, bereitet seinen Vierbeinern gleich selbst frisches Eis zu.

Auch Samtpfoten freuen sich über Abkühlung: „Einen Eiswürfel in die Wasserschale packen kühlt, regt zum Trinken an und beschäftigt außerdem“, sagt Brzinsky. Besondere Obacht ist bei gekippten Fenstern geboten, die für Katzen schnell zur Todesfalle werden können. Vom Fell scheren rät die Tierheilpraktikerin eher ab: „Bei manchen Rassen bietet es sogar Schutz vor Hitze und Sonneneinstrahlung. Wenn, dann nur vom Fachmann.“ Hunde schwitzen zu über 90 Prozent über die Pfoten, kühlen sich durchs Hecheln runter. „Besser regelmäßig bürsten, um die Unterwolle herauszukämmen.“ Unbehaarte Stellen wie etwa Ohren vertragen auch ein bisschen Sonnencreme.

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Wie merke ich, dass mein Hund überhitzt ist, vielleicht sogar einen Hitzschlag erlitten hat? Starkes Hecheln, tiefrote Zunge, glasiger Blick, überstreckter Hals, taumelnder Gang, Anstieg der Körpertemperatur (liegt normal bei 38 bis 39 Grad), Erbrechen, Krämpfe, schnelle und flache Atmung sowie beschleunigter Puls können Anzeichen sein. „Dann sofort zum Tierarzt!“, sagt Brzinsky.

Weitere Fragen, auch zu anderen Tieren, beantwortet die Tierheilpraktikerin unter 0176/45900568. Auch im Internet: tierheilpraxis-rheinmain.de.

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