Tore stehen offen

Wütende Bürgerin: „Narrenfreiheit auf dem Friedhof“

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Das Tor am Dietzenbacher Friedhof steht offen. Auch nachts ist es nicht mehr verschlossen.

Dietzenbach - „Warum wird der Friedhof nicht mehr abgeschlossen?“, will Gisela Löhr in der Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung (SVV) wissen. Es würde doch so viel geklaut. „Das ist eine Frechheit“, ärgert sich die gebürtige Dietzenbacherin. Von Carolin Henneberg 

„Das stört die Leute und die Totenruhe.“ Eine Antwort bleibt Bürgermeister Jürgen Rogg ihr zunächst schuldig. Bis heute habe sie keine Antwort des Stadtoberhaupts bekommen, der allerdings aktuell im Urlaub weilt. „Wenn ich bis zur nächsten SVV keine Antwort habe, geh ich wieder hin“, kündigt sie an. Vielleicht werde sie ihm auch die Friedhofsordnung zukommen lassen: „Da herrscht momentan Narrenfreiheit. “.

Eine Stellungnahme gab’s auf Anfrage indes von Michael Würz, Betriebsleiter der Städtischen Betriebe: „Wir wollen uns die jährlichen, nicht unerheblichen, Schließkosten sparen.“ Seit 1. Mai bleiben die Tore unverschlossen. Das geklaut wird, weiß Würz, doch das sei unabhängig davon, ob abgeschlossen ist oder nicht. So sei beispielsweise sowohl in der Winterzeit als auch um Ostern herum vermehrt gestohlen worden. „Zu beiden Zeitpunkten waren die Tore nachts abgesperrt.“ Das passiere auf dem Friedhof immer mal wieder und „ist purer Vandalismus.“ Da würden auch verschlossene Türen nicht weiter helfen.

Jörg Hartmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Friedhofsgärtnerei, will erst mal abwarten: „Momentan ist mir nicht aufgefallen, dass es schlimmer wird mit den Diebstählen“, sagt er. „Doch es ist auch noch nicht viel Neues gepflanzt. Mal sehen, was die nächsten Wochen bringen.“

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