Stefanie Pfaffenzeller, Rachelle Betancourt und Nami Ejiri spielen Familienkonzert

Musiktage: Ein Trio feiert Premiere mit Mozart

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Dietzenbach - Zum ersten Mal treten Nami Ejiri, Stefanie Pfaffenzeller und Rachelle Betancourt bei den Dietzenbacher Musiktagen als Trio auf. Mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart wollen sie sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern. Von Ronny Paul 

Die Ausnahmepianistin Nami Ejiri ist den Dietzenbachern durch viele Auftritte bekannt und auch in der Kreisstadt heimisch geworden. Bei den Dietzenbacher Musiktagen spielt sie im Trio mit Stefanie Pfaffenzeller (Geige und Bratsche) und Rachelle Betancourt (Geige) ein Familienkonzert am Sonntag, 26. Juni, 11 Uhr, mit anschließendem Picknick im „ARTrium am Park“ zum Thema „MozArt“. Die beiden Violinistinnen bilden gemeinsam das „Atlantic String Duo“ und vereinen Einflüsse von beiden Seiten des Atlantiks. Die Amerikanerin Betancourt und Bayerin Pfaffenzeller sind zudem Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters. Unmittelbar nach dem Interview treten die beiden mit dem hr-Orchester in Frankfurt auf und spielen Gluck-Arien und eine Mozart-Sinfonie.

Wie hat es sich ergeben, dass sie als Trio bei den Dietzenbacher Musiktagen auftreten?

Nami Ejiri: Das ist eine lange Geschichte...

Rachelle Betancourt: Ich habe Nami durch eine Schülerin von ihr kennengelernt. Dann haben Nami und ich mal zusammengespielt. Stefanie war im gleichen Programm dabei, ist aber nur mit mir aufgetreten. So sind wir drei uns dann letztendlich zum ersten Mal begegnet.

Und wann haben sie die Trio-Idee geboren?

Stefanie Pfaffenzeller: Wir wollten musikalisch etwas zusammenmachen. Dann kam die Gelegenheit, in Dietzenbach aufzutreten. Und da wir alle gerne musikvermittlerisch für Kinder tätig sind und uns da immer neue Formate überlegen, weil es uns einfach interessiert, haben wir gesagt: Da tun wir uns zusammen.

Spielt da auch eine Rolle, dass sie alle drei selbst früh mit Musik in Kontakt gekommen sind?

Rachelle Betancourt: Für mich nicht besonders. Ich finde es generell wichtig. Musik hilft Kindern sehr: in der Schule, in der Gesellschaft. Das ist meine persönliche Motivation.

Nami Ejiri: In Zukunft brauchen wir ja auch Publikum (lacht). Ich finde es wichtig, dass Kinder schon früh mit Kultur in Kontakt kommen und Kultur mit in ihr Leben nehmen.

Bei den Dietzenbacher Musiktagen spielen sie ausschließlich Mozartwerke...

Stefanie Pfaffenzeller: Fast. Sagen wir mal so: Die Werke haben alle einen Bezug zu Mozart. Der Schwerpunkt liegt natürlich bei Mozart. Aber er war ja ein Jahrhundertgenie, das viele andere Komponisten inspiriert hat. Damit wollen wir das junge und ältere Publikum gleichermaßen begeistern. Und das ist ja das tolle an Kinderkonzerten: Man erreicht nicht nur die Kinder, sondern gleich auch die Eltern. So das alle merken, wie toll die Musik eigentlich ist...

Von welchen Komponisten spielen sie zudem Werke?

Stefanie Pfaffenzeller: Wir spielen Werke von Franz Liszt und Franz Anton Hoffmeister.

Eignen sich Mozart-Werke besonders gut, um Kinder für Musik zu begeistern?

Rachelle Betancourt: Natürlich. Mozart war ein Wunderkind und hat schon mit fünf Jahren komponiert.

Stefanie Pfaffenzeller: Die Musik von Mozart berührt einen immer am direktesten und deshalb haben wir zur Einführung Mozart ausgewählt. Außerdem haben wir uns auch etwas Besonderes überlegt...

Und zwar?

Stefanie Pfaffenzeller: Wir werden die berühmteste Mozart-Oper, die Zauberflöte, den Kindern innerhalb von zehn Minuten mit Musik und Geschichte vorstellen. Und wer die Zauberflöte in voller Länge erleben möchte, kann dann in die Kinderoper gehen...

Die Geschichte wird gesprochen und vorgespielt?

Stefanie Pfaffenzeller: Sprechen ja. Vorspielen? (lacht) So viel wollen wir noch nicht verraten. Aber die Kinder wissen danach auf jeden Fall, worum es geht.

Sie haben alle schon in großen Konzerthallen der Welt gespielt. Worin liegt der Reiz eines kleineren Konzertes wie Ihres in Dietzenbach?

Stefanie Pfaffenzeller: Der Reiz ist eigentlich immer der gleiche: aufzutreten und den Menschen Freude zu machen. Was dabei immer sehr interessant ist: das unterschiedliche Publikum.

Inwiefern?

Stefanie Pfaffenzeller: Ich spiele gerne Kinderkonzerte, weil man da eine direkte Rückmeldung bekommt. Die meisten Menschen, die ein Konzert besuchen, hören gerne Musik. Aber Kinder sind unvoreingenommen und die härtesten Kritiker. Wenn man da nicht überzeugt...

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Haben Sie das schon selbst erlebt?

Stefanie Pfaffenzeller: Sagen wir mal so: Ich weiß, dass es so ist, und habe immer noch einen Joker in der Hand, um Situationen umzubiegen.

Verraten Sie einen Joker?

Stefanie Pfaffenzeller: Nein.

Können sie sich vorstellen, dass sich die Dietzenbacher Musiktage ähnlich etablieren, wie etwa das Rheingau-Musik-Festival?

Rachelle Betancourt: Das hoffen wir. Dahinter steckt ein sehr guter Geist, die Stadt möchte das. Wenn das Publikum ähnlich begeistert ist, wie Künstler und Management: Warum nicht?

Frau Pfaffenzeller, Sie sind schon vor Papst Benedikt XVI aufgetreten. Waren Sie da sehr aufgeregt oder sind sie das eher vor Kinderkonzerten?

Stefanie Pfaffenzeller (lacht): Beim Spielen an sich gibt es keinen Unterschied. Während des Konzerts schaut man natürlich ab und zu zu ihm rüber. Damals hatte der Papst auch noch seinen Arm gebrochen und wir haben in Castel Gandolfo gespielt. Da war er mir ziemlich nah.

Frau Ejiri, wie war es bei Ihnen, als sie vor der japanischen Kaiserfamilie aufgetreten sind?

Nami Ejiri: In dem Umfeld, in der Umgebung war ich schon aufgeregt. Es war schon was Besonderes. Aber ich habe gerade ein Konzert an der japanischen Schule in Düsseldorf vor 500 Kindern gegeben. Kinder mit Musik zu beruhigen, ist, glaube ich, eine größere Herausforderung (lacht).

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