Treffpunkt für Männer

Im Barber-Shop gibt es zum Haarschnitt Musik und Drinks

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Stefan Schweinhardt und Isabella Russo, die auch in dem Barber-Shop in Sprendlingen arbeitet.

Sprendlingen - Dort kann man sich nicht nur die Haare schneiden oder den Bart stutzen lassen. Barber-Shops sind auch Treffpunkte für Männer und schießen seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden. Einer findet sich auch in Sprendlingen. Von Holger Klemm 

Lange Zeit sah es so aus, als ob der reine Herrenfriseur ausgedient hat. Doch seit einigen Jahren kehrt er im neuen Gewand als Barber-Shop zurück. Im gediegenen Ambiente im Look der US-Südstaaten geht es dort um klassische Männerfrisuren der 20er bis 50er Jahren sowie Bartrasuren. „Ich hatte schon lange die Idee“, berichtet Stefan Schweinhardt. Im Untergeschoss des Salons seines Vaters in der Frankfurter Straße hat sich der 37-Jährige im vergangenen Jahr seinen Wunsch erfüllt.

„Das passt zu meinem Lifestyle“, berichtet Schweinhardt. Oft sind solche Barber-Shops verbunden mit Tattoos, der Liebe zu Motorrädern und der passenden Musik im Rockabilly-Stil. „Wir sind mehr als nur ein Friseur“, sagt er. „Bei uns kann man eine gute Zeit haben.“ Deshalb kommen Männer auch zum Gespräch mit Freunden in angenehmer Atmosphäre bei guter Musik und Drinks zusammen. Das Motto auf seiner Homepagelautet denn passenderweise „Wo Mann noch Mann sein kann“.

Das Haareschneiden und Barttrimmen kommt trotzdem nicht zu kurz. Auch wenn Schweinhardt schon 1996 mit seiner Friseurausbildung begann und in vielen Städten arbeitete, musste er für seinen Wunsch auf der Barber-Akademie dazu lernen. „Dazu gehörte beispielsweise der Umgang mit einem Rasiermesser“, erzählt er. Mit den Barber-Shops kehren die klassischen Herrenfrisuren wie der Bombage, wie ihn Elviys Presley oder James Deam trugen, mit Seitenscheitel zurück. „Auch Jüngere, die früher längere Haare gehabt haben, finden Gefallen daran“, weiß Schweinhardt.

Eine wichtige Rolle spielen natürlich Bärte, die seit einigen Jahren für viele Männer nicht mehr wegzudenken sind. „Ein Bart ist ein Alleinstellungsmerkmal. Frauen können das nicht haben“, meint der 37-Jährige schmunzelnd. Er spricht von einem wichtigen Accessoire, mit dem sich auch die Gesichtsform eines Mannes verändern oder verlängern lasse. „Doch Bärte müssen gepflegt werden.“ Schweinhardt hat deshalb etliche Kunden, die alle ein bis zwei Wochen nur kommen, um diesen in Form zu halten. Der 37-Jährige hilft auch dabei, wenn einer einen längeren Bart haben möchte. Es gibt aber auch einige Besucher des Barber-Shops, die sich nass mit dem Messer rasieren lassen. „Das erinnert einige an früher“, berichtet Schweinhardt.

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Kürzlich ging in der Klassikstadt in Frankfurt die erste Barber Convention über die Bühne, an der auch der Dreieicher teilnahm. Dort konnte er sein Netzwerk ausbauen, neue Pflegeprodukte kennenlernen und sich über Frisuren und Bärte austauschen. Schweinhardt: „Das hat sehr viel Spaß gemacht.“ Sein Vater Gerhard, der den Friseursalon in der Frankfurter Straße vor 30 Jahren eröffnet hat, unterstützt das Projekt seines Sohns: „Ich bin da ganz an seiner Seite“, sagt der 65-Jährige. „Wir sind immer mit der Zeit gegangen und haben viel mit jungen Leuten zusammengearbeitet.“ So bilden die Schweinhardts auch aus. Die Frankfurter Straße ist für sie weiterhin ein guter Standort, den sie nicht missen wollen.

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