Linke sieht Probleme bei Entwässerung

Land unter im Heckenborn?

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Droht dem Heckenborn häufiger eine Überschwemmung? Die Linke in Dreieich befürchtet das.

Dreieich - Die Linke schlägt Alarm beim Baugebiet Heckenborn und weist auf Probleme bei der Entwässerung hin. Erster Stadtrat Martin Burlon sieht dagegen keinen Hinweis darauf, dass diese nicht funktioniert. Von Holger Klemm

Einzelne Vorkommnisse nach Regenfällen hätten damit zu tun, dass es noch unbebaute Grundstücke gibt. Auf einem auf YouTube zu sehenden Video bahnt sich Wasser seinen Weg durch die Wiesen neben dem Sprendlinger Baugebiet. Natascha Bingenheimer und Tino Schumann, Stadtverordnete der Linken, nehmen dies zum Anlass, erneut die dortige Bebauung zu kritisieren. „Land unter im Heckenborn: die Natur schlägt zurück“, haben sie ihre Pressemitteilung betitelt. „Große Niederschlagsmengen sind zu einem häufiger vorkommenden Ereignis geworden und haben im Heckenborn zu Überschwemmungen nicht nur in den angrenzenden Gärten, sondern auch zu mehr Wasseransammlungen im Baugebiet selbst geführt.“ Der Boden sei versiegelt worden und das Wasser bahne sich seinen Weg. Die Ausweisung und Umsetzung des Baugebiets in einem Feuchtgebiet mit hohem Grundwasserspiegel sei eine Fehlentscheidung gewesen, „die nicht nur die Stadt, sondern insbesondere die dort einziehenden Familien stark belasten wird“. Der gleiche Fehler könnte sich beim Mauerloch am Sprendlinger Bahnhof wiederholen. „Dies ist ebenfalls ein Feuchtgebiet, nach dem Investoren und Stadtverwaltung bereits jetzt begehrlich die Hände ausstrecken“, kritisiert Bingenheimer.

Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) bezeichnet die Ausführungen der Linken als undifferenziert. Die erwähnten Vorkommnisse beziehen sich seiner Ansicht nach auf Oberflächenwasser auf unbebauten Grundstücken, die noch nicht an die Kanalisation angeschlossen worden seien. Deshalb könne das Wasser nicht abfließen. Gleichfalls müsse darauf geachtet werden, dass dadurch andere Grundstücke nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Darauf habe der städtische Fachbereich die Grundstücksbesitzer hingewiesen und Hilfe angeboten.

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Mittlerweile seien alle städtischen Grundstücke im Heckenborn verkauft worden. Nach der Abweisung der Klage gegen den Bebauungsplan durch den Verwaltungsgerichtshof Kassel (VGH) rechnet Burlon mit weiteren Baugenehmigungen. In dem im Video gezeigten Gebiet werden seinen Angaben nach zwei Bauträger tätig, die schon bald mit dem Häuserbau beginnen wollten. Mit dem Kanalanschluss werde es dann zu keiner Wasseransammlung auf den Grundstücken mehr kommen.

Bilder: Baustelle Heckenborn

In der Klage vor dem VGH sei es auch um die Entwässerung gegangen, an der das Gericht nichts auszusetzen gehabt habe. Der Bebauungsplan habe die höheren Grundwasserstände berücksichtigt. Fachleute hätten Hinweise gegeben, wie damit umzugehen sei. Unter dem Heckenborn seien Stauraumkanäle angelegt worden, die Regenwasser auffangen und dosiert an die Kanalisation abgäben. Bislang hat Burlon von keinen Problemen mit der Entwässerung bei den an den Kanal angeschlossenen Grundstücken gehört.

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