Ein Bild der Verwüstung

Stadt im Clinch mit Grundstückspächter

+
Auf dem Grundstück in der Nähe des Kräutergartens sieht es schlimm aus. Bei dem Feuer brannte nicht nur eine Hütte ab, auch Bäume wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Dreieich - Der Kräutergarten in den Baierhansenwiesen ist ein kleines Paradies. Davon überzeugten sich am Sonntag bei der Eröffnung um die 500 Leute. Von Frank Mahn

Mehr als 80 Wild-, Küchen- und Heilkräuter, eine Kräuterspirale, etliche Beete mit Obst und Gemüse, eine Bienenweide mit Obstbäumen – die Initiatoren der städtischen AG Umwelt- und Naturschutz und des Vereins Zukunft Dreieich wurden zu Recht mit Lob überhäuft. Auch Monika Schmidt hat sich ein Bild von der grünen Oase gemacht – und dürfte dabei zu keiner anderen Meinung gekommen sein. Die Sprendlingerin, die seit Jahren für die Beseitigung der wilden Müllablagerungen in dem Landschaftsschutzgebiet kämpft, prangert aber die Vorkommnisse auf einem Grundstück nahe des Kräutergartens an. In der Tat bietet sich dort ein Bild der Verwüstung – und das seit Wochen. In der Nacht vom 20. auf den 21. April war dort eine Gartenhütte abgebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Nicht nur die Laube ging in Flammen auf, auch mehrere Bäume wurden beschädigt. „Sie werden absterben“, meint Schmidt. Zudem habe der Boden stark gelitten und sei mit Brandresten übersät.

Was der früheren UGL-Stadtverordneten ebenfalls missfällt: Auf zwei Dritteln des Areals seien Pflastersteine verlegt. „Keinen hat dieser Zustand vorher gestört“, behauptet Schmidt und richtet ihre Kritik an die Adresse der Stadt, der das Grundstück gehört. Sie habe es verpachtet und sich nicht weiter darum gekümmert. Seit Jahren sei sich die Kommune als Eigentümerin großer Flächen in den Baierhansenwiesen nicht bewusst, dass diese als Landschaftsschutzgebiet einer besonderen Aufsicht und Pflege bedürften.

Fotos: Gartenparadies von Corinna Stolz aus Neu-Isenburg

Erster Stadtrat Martin Burlon verweist zunächst einmal darauf, dass besagtes Grundstück im Geltungsbereich eines alten Bebauungsplans liege. Der lasse auf jeden Fall eine gärtnerische Nutzung zu, womöglich sogar das Aufstellen einer Hütte. Definitiv nicht zulässig sei das Versiegeln von großen Flächen, wie in diesem Fall geschehen. „Natürlich sind wir als Stadt mit in der Verantwortung“, sagt Burlon. Deshalb habe man auch schon vor dem Brand den Kontakt zu dem Pächter gesucht. Der habe allerdings nicht reagiert. „Natürlich kann das Areal nicht in dem Zustand bleiben“, sagt der Erste Stadtrat. Die Stadt habe den Pächter schriftlich aufgefordert, dort aufzuräumen. „Und das Pflaster muss auch weg.“ Sollte der Pächter die Frist verstreichen lassen, ohne die Auflagen zu erfüllen, werde das Vertragsverhältnis beendet, kündigt der Erste Stadtrat an.

Kommentare