Geänderte Bescheide vom Finanzamt

Biotest soll 20 Millionen nachzahlen

Dreieich - Schlechte Nachricht für die Firma Biotest: Das Offenbacher Finanzamt hat dem Dreieicher Pharmahersteller geänderte Bescheide über Körperschaftssteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer für die Jahre 2005 bis 2008 zugestellt.

Die Änderungen wurden mit dem Verweis auf die Ermittlungen der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft Frankfurt im Zusammenhang mit dem Russland-Geschäft der Biotest AG begründet. Daraus ergeben sich nach Angaben des Unternehmens Steuer- und Zinsforderungen in einer Gesamthöhe von zirka 20 Millionen Euro. Man werde die Bescheide von steuerlichen Beratern prüfen lassen. kündigte der Vorstand an. „Nach unserer ersten Einschätzung steht das Vorgehen der Finanzbehörde im Widerspruch zur kürzlich veröffentlichten höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zum Betriebsausgabenabzug“, heißt es in einer Mitteilung.

Im Zusammenhang mit dem Russland-Geschäft von Biotest hatte das Landgericht Darmstadt Mitte Juli nach einem langen Prozess eine frühere Leiterin der Firmenrepräsentanz in Moskau und deren Mann zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich das Paar der Beihilfe zur Untreue, Bestechung und Steuerhinterziehung im großen Stil schuldig gemacht hat. Die Hauptverantwortlichen säßen aber in der Firmenzentrale, sagte der Vorsitzende Richter Marc Euler. Biotest wies die Vorwürfe zurück und kritisierte das Gericht, weil zahlreiche Entlastungszeugen nicht gehört worden seien. fm

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