Dienstleistungsbetrieb spricht von einem Erfolgsmodell

Biotonnen werden gut befüllt

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Dreieich - Die Dreieicher waren kreisweit bei der Mülltrennung schon immer gut dabei. Auch die Biotonne wird von ihnen rege genutzt. Petra Klink und Frank Ullrich vom Dienstleistungsbetrieb sprechen von einem Erfolgsmodell, wenngleich noch Luft nach oben vorhanden ist. Von Holger Klemm 

Bereits seit 1992 lief in Dreieichenhain ein Pilotprojekt zur Biotonne auf freiwilliger Basis. Schon damals konnten gute Sammelergebnisse erzielt werden, wie DLB-Chefin Petra Klink berichtet. Wegen der bundesgesetzlichen Regelung erfolgte zum 1. April 2015 die Einführung im gesamten Stadtgebiet. Nun liegt ein erster Erfahrungsbericht vor. Im optimalen Fall gehören an die 40 Prozent des Restmülls in die Biotonne, berichtet Ullrich, Leiter der Abfallwirtschaft beim DLB. Er rechnet vor, dass bei 7 200 Tonnen Restmüll in Dreieich bis zu 2 900 Tonnen Biomüll im Jahr getrennt gesammelt werden könnten. In den Restmüll wandert nur noch, was nicht wiederverwendet werden kann. In den gelben Sack gehören Verpackungsabfälle, in die blaue Tonne Papier und Kartonagen.

Die Zahlen für Dreieich bezeichnet Ullrich als positiv. Zurzeit gibt es abzüglich der Eigenkompostierer (828) und Nachbarschaftstonnen (113) 8  834 Bio- und 12 160 Restmülltonnen. Seit der flächendeckenden Einführung stieg die Menge des gesammelten Biomülls im Vergleich zu 2014 um etwa 1 300 auf 1854 Tonnen, die Restmüllmenge sank um etwa 880 auf 6 320 Tonnen. Laut Ullrich lässt sich erkennen, dass ein Großteil des gesammelten Biomülls aus dem Restmüll stammt. Hinzu käme Grünschnitt. Zwar fänden sich manchmal Gegenstände, die in einer Biotonne nichts zu suchen hätten. Falsch befüllte Gefäße würden nicht abgefahren. Doch das bewege sich im üblichen Rahmen.

Im Vergleich zu Neu-Isenburg seien die Dreieicher eifrigere Nutzer der Biomülltonnen. Das könne aber auch daran liegen, dass es in der Nachbarstadt noch eine wöchentliche Abfuhr des Restmülls gebe. Das soll sich bald ändern. Ullrich hofft, dass noch mehr Rest- in den Biomüll wandert, nicht nur aus umweltschutz-, sondern auch aus finanziellen Gründen. Denn pro Tonne Restmüll muss der DLB in der Verbrennungsanlage 239,50, für die Tonne Biomüll in der Biogasanlage in Fechenheim nur 95 Euro zahlen.

Die aktuelle Entwicklung stimmt Klink und Ullrich zuversichtlich, dass die Bio-Behältnisse künftig noch voller werden. Nach anfänglich geäußerten Bedenken gebe es nun häufiger positive Rückmeldungen. „Kritik hat es lediglich vor der Einführung gegeben, danach nicht mehr“, berichtet Klink. Und einige der ehemaligen Kritiker seinen nun froh, eine Biotonne zu haben. Auch viele, die bislang eine Eigenkompostierung vorzogen, hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres doch noch für die Biotonne entschieden.

Aus den Statistiken und den Rückmeldungen schließen Klink und Ullrich eine breite Akzeptanz. Zwar sei das volle Potenzial bei der Bioabfallsammlung noch nicht ausgeschöpft, trotzdem könne von einem Erfolgsmodell gesprochen werden. Um das noch auszubauen, setzt der DLB in Dreieich und Neu-Isenburg weiter auf Aufklärungsarbeit. Die Abfallberatung steht weiterhin für Fragen zur Verfügung, auch gebe es Informationen über Flyer, Internetseiten und verschiedene Aktionen. Noch keine Angaben konnte Klink machen, ob die Müllgebühren stabil bleiben können. Diese werden für drei Jahre festgelegt. Aktuell laufen die Erhebungen für die Jahre 2017 bis 2019. Im Herbst sollen die Stadtverordneten dazu eine Vorlage bekommen.

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