Wiese für Bienen und andere Insekten

Blühendes Schlaraffenland

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Bienenzuchtverein und AG Umwelt- und Naturschutz freuen sich über das gelungene Gemeinschaftsprojekt in den Baierhansenwiesen.

Dreieich -   Mitglieder der städtischen AG Umwelt- und Naturschutz haben sich gemeinsam mit Imkern des Bienenzuchtvereins Dreieich eine etwa 400 Quadratmeter große Fläche am östlichen Rand der Baierhansenwiesen vorgeknöpft, um ein Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten zu schaffen.

Das Gelände, das bisher von Brombeersträuchern und allerlei Gestrüpp überwuchert war, ist gerodet und gefräst worden. „Da die Wiese aber noch bis Anfang Mai zum Teil unter Wasser stand, konnte erst vor ein paar Tagen gesät werden“, schildert Susanne Stroh, die seit Kurzem Vorsitzende des Bienenzuchtvereins ist. Ausgebracht wurde ein regionales Wildsaatgut. Künftig können sich nicht nur Spaziergänger an der Blütenpracht erfreuen, auch Bienen, Schmetterlinge und alle anderen bestäubenden Insekten profitieren davon.

„Die Imker registrieren seit Jahren einen starken Rückgang der Nahrungsquellen für die Honigbienen, aber auch für alle anderen bestäubenden Insekten, vor allem für die Wildbienen. Hier sind bereits knapp 50 Prozent aller bei uns heimischen Arten vom Aussterben bedroht. Dieser Nahrungsrückgang ist vor allem auf die Monokultur in der Landwirtschaft zurückzuführen“, sagt Strohs Vorstandskollegin Britta Dietz.

Der Bienenzuchtverein bemüht sich seit einigen Jahren intensiv um Aufklärung, sucht zum Beispiel verstärkt das Gespräch mit Landwirten. Der Verein hat einen internen Beirat gegründet, in dem sich die Mitglieder neben der Imkerei ganz gezielt mit der Einsaat von Blühpflanzen beschäftigen. Einen Überblick über die Projekte gibt es unter www.bzv-dreieich.de.

Die jetzt verwendete Mischung besteht zu 90 Prozent aus Wildblumen und berücksichtigt in besonderem Maß die Ansprüche von Wildbienen und Schmetterlingen an Trachtpflanzen. Untergräser (zehn Prozent) dienen als Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen. Ein langer Blühaspekt mit früh blühenden Arten wie dem Barbarakraut bis zu Hochsommerarten (Wegwarten und Malven) garantiert eine kontinuierliche Sammelquelle. Einige einjährige Arten sorgen dafür, dass bereits ab dem ersten Jahr ein ansprechender Bestand entsteht, in den Folgejahren werden sie durch ausdauernde Arten ersetzt. (fm)

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