Vom Spaß, Künstlern eine Bühne zu geben

Buchschlag Open Air mit viel Herzblut auf die Beine gestellt

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So vielseitig das musikalische Programm von BOA ist, so vielseitig präsentiert sich auch die Band Lasido mit Sängerin Uscha Bachofer. Eigene Arrangements lassen Jazz, Funk, Soul und Rock zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenwachsen.

Buchschlag - Wacken und Buchschlag haben einiges gemein. Beide Orte sind beschaulich, nicht allzu groß und haben ein Faible für Musik. Von Enrico Sauda 

Doch: Während in den knapp 2 000-Seelen-Ort Wacken jedes Jahr bis zu 70.000 Fans zum größten Heavy-Metal-Festival der Welt, dem Wacken Open Air - kurz W. O. A. - pilgern, kommen zum BOA!!! ungefähr 600. Spaß haben aber auch diese an den Darbietungen. BOA steht für Buchschlag Open Air und das Musikprogramm ist bei weiten nicht so metallhaltig. Und während das Schwermetall-Festival seit 1990 über die Bühne geht, war es am Wochenende erst die zweite BOA-Ausgabe, die da vor dem Feuerwehrhaus über die Bühne ging. Und, geht es nach den Machern Stefi Neumann, Hartmut Preuße und Manfred Stoll, dann gibt es im kommenden Jahr die dritte Edition.

Hartmut Preuße, Stefi Neumann und Dr. Manfred Stoll haben wieder die Organisation übernommen.  

Auch diesmal beteiligten sich Bands der unterschiedlichsten Stilrichtungen von Folk, Pop und Rock bis Klassik. Mit dabei waren die Bands Aged in Oak, Woodsock, Lasido, Back on Earth, Triple A, Lewine, Die Hayner, Mr. Perfection and the King of Mumuland, Gino is here sowie die Pianistin Yao Yao Brandenburg – bei bestem Wetter. Bürgermeister Dieter Zimmer, der die Schirmherrschaft für das zweitägige Spektakel übernommen hat, zeigte sich beeindruckt, was beim Festival alles auf die Beine gestellt worden ist. Nach dem großartigen Erfolg des vergangenen Jahres sei es trotzdem bei weitem keine Selbstverständlichkeit gewesen, dass es wieder angeboten wird. Denn dazu seien „Menschen nötig, die sich engagieren. Und zwar ehrenamtlich und privat und mit viel Herzblut“, so der Bürgermeister.

Die Villenkolonie sei bekannt für ihre kulturellen Veranstaltungen, die von „vielen Menschen auf die Beine gestellt werden, die sich privat engagieren - etwa die ,offenen Gärten’ oder die Musiktage. So etwas gibt es nicht überall“. Um jetzt noch das Open-Air-Festival zur festen Einrichtung zu machen, seien alle gefordert. „Wenn an diesem Wochenende nichts übrig bleibt, dann bekommen die Musiker auch nichts“, mahnt Zimmer und bat die Besucher, fleißig zu spenden. Er selbst hatte einen Umschlag für die Organisatoren dabei.

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„Ich bin eher durch Zufall dazugekommen, aber Manfred und Stefi sind Musiker und wollten hier gerne mal ein Festival veranstalten“, erzählt Hartmut Preuße. „Vergangenes Jahr ist es uns gelungen, es hat Spaß gemacht, aber es war auch viel Arbeit“, erinnert er sich. Kaum sei 2015 der letzte Ton verklungen, habe für das Trio festgestanden, dass es eine Fortsetzung geben wird. „Wir wollen das Festival etablieren“, sagen die drei unisono.

„Das Problem ist, dass wir für jede Ausgabe das Geld zusammenbringen müssen“, sagt Preuße. Das Ereignis, zu dem gut 600 Leute kommen und das gut 10.000 Euro kostet, wird durch Spenden und durch Sponsoren finanziert. „Wir haben uns im vergangenen Jahr die Bands angehört, sind zu deren Veranstaltungen gefahren, um zu hören, ob sie in unser musikalisches Spektrum passen“, so Stoll weiter. „Unsere Motivation ist zum einen der Spaß an der Musik und zum anderen auch der Spaß, den Künstlern eine Bühne zu geben, um sich zu präsentieren“, so Stoll, der mit Back on Earth selbst auftrat. Zu BOA gehört auch die Freude am Zusammensein, sich auszutauschen und das Dargebotene zu genießen.

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