Ende einer Trilogie beim Burgfest

Ritter mit magischer Geschichte beim Burgfest

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Die Kämpfe der Ritter auf dem Turnierplatz lockten natürlich viele Besucher an. Dort endete auch die Trilogie über eine magische Liebesgeschichte, die drei Mittelalterfeste miteinander verband.

Dreieichenhain - Ins 12. Jahrhundert entführte das Hayner Burgfest anno 2016 die Besucher. Im Mittelpunkt des gut besuchten Spektakels stand das Leben der Ritter – zwischen Schwert und Minne. Von Enrico Sauda

Das Burgfest ist Schauplatz der Premiere eines neuen Show-Konzepts. Das Herold Flynn-Team erzählt das Ende einer Trilogie über den schwarzen Ritter von der Eich und seiner Suche nach einem goldenen Schwert, die über Wochen drei Mittelalterfeste miteinander verband. Nach Ulrichstein und Schwarzenfels findet die magische Liebesgeschichte nun ihren Abschluss auf dem Turnierplatz am Woog. Und das bei waghalsigen Schwertkämpfen, bei denen tapfere und mutige Ritter kräftig ins Schwitzen geraten. Denn die Hayner kämpfen erbittert gegen den schwarzen Ritter. Dem Minnesänger Heinrich gelingt es schließlich, das Herz des Burgfräuleins zu erobern. Er wird sogar zum Ritter geschlagen, um eine standesgemäße Hochzeit zu ermöglichen. Der leidenschaftliche Abschiedskuss begeistert das Publikum.

Die Show ist nur einer von vielen Höhepunkten: Tausende Mittelalter-Freunde aus der ganzen Republik pilgern zur Burg, leben und hausen wie vor Jahrhunderten. Doch im Gegensatz zu früher verbindet die vielen Wegelagerer, Gaukler, Soldaten oder Burgfräuleins ein friedliches Miteinander. Das wäre im Mittelalter sicher anders gewesen. „Es ist für mich ein mehr als gelungenes Wochenende“, erklärt Alexander Westerwald, der sonst in einem Kreditinstitut arbeitet. Das Mittelalterleben im 21. Jahrhundert ist genau sein Ding. So bald er in sein Gewand schlüpft, verwandelt er sich. „Gerade hier in Dreieichenhain sind über die Jahre schöne Freundschaften entstanden“, schwärmt der Mann aus dem Taunus.

Zu den musikalische Highlights zählen die Auftritte der schottischen Band „Soar Patrol“. Die Mittelalter-Rocker mit den langen Bärten, riesigen Tattoos und nackten Oberkörpern aus den Highlands heizen dem Publikum im Burggarten mehrmals ein. Die Band verbindet etwas ganz Besonderes mit Dreieichenhain. „Wir hatten sie 2009 zum ersten Mal hier. Das war für sie der erste Gig in Deutschland“, weiß Frank Wagner, vom Organisationsteam. Das Burgfest war ein Türöffner für die Schotten. Inzwischen absolvieren sie zahlreiche Auftritte im ganzen Land. Einige der Musiker haben ihren Wohnsitz schon nach Deutschland verlegt. „Wir sind froh, dass wir sie wieder hier haben, sie sind ein unglaubliches Zugpferd“, freut sich Wagner. Übrigens war das Burgfest nicht nur das Ende der Trilogie, sondern auch das von Wagners Arbeit im Organisationsteam. „Zehn Jahre sind genug“, sagt er.

Bilder: Burgfest in Dreieichenhain

Richtig aufregend wird es am Samstagabend, als gegen halb elf wieder Ross und Reiter von Herold Flynn über den Turnierplatz fegen. In der dunklen Nacht galoppieren die Pferde rund um und durch das Feuer und begeistern das Publikum.

Die Organisatoren zeigen sich äußerst zufrieden. Das gute Wetter sorgt für großen Andrang, so dass auch die Händler der Märkte über gute Geschäfte berichten. Schwerter, Felle, Gewänder und andere Utensilien wechseln die Besitzer. Wagner: „Wir haben ein sehr motiviertes Team, das sich in den vergangenen Jahren auch noch mal ordentlich verjüngt hat, in dem alle kräftig mit anpacken. Das klappt echt gut und macht richtig Spaß.“

Burgfest 2015 in Dreieichenhain: Bilder

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