Wie warme Semmeln

Burgfestspiele: Vorverkauf brummt

+
Der Mann gibt sein letztes Hemd, wenn er auf der Bühne steht. Liedermacher Konstantin Wecker würde manchmal am liebsten gar nicht aufhören zu spielen. Sein Konzert am Freitag, 22. Juli, ist – wenig verwunderlich – längst ausverkauft.

Dreieich -  Nicht mehr ganz drei Wochen sind es bis zur Premiere der Burgfestspiele in Dreieichenhain. Bis dahin hat sich das Wetter hoffentlich beruhigt. Gewitter sind so ziemlich das Letzte, was die Veranstalter gebrauchen können. Derweil brummt die Kartennachfrage. Von Frank Mahn

Ein knappes Dutzend der 35 Vorstellungen ist schon ausverkauft. Wenn im Bürgerhaus jemand nach Tickets für Konstantin Wecker, Bodo Wartke, Willy Astor oder Maybebop fragt, erntet er höchstens ein mitleidiges Lächeln. Die Karten sind längst vergriffen. Ebenso wie für „Cinderella“, mit der die Open-Air-Spiele am Montag, 4. Juli, Premiere feiern. Für den Dienstag darauf sind noch Plätze frei. In diesem Jahr sind auch die Karten fürs Kindertheater weggegangen wie warme Semmeln. Beim Musical „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und bei den beiden Aufführungen von „Ronja Räubertochter“ geht nichts mehr.

Bis dato habe man etwa 70 Prozent der Tickets abgesetzt, sagt Veranstaltungsleiter Wolfgang Barth. Er geht auch für dieses Jahr von einer Auslastung jenseits der 80 Prozent aus. Ob es zu einem weiteren Rekord reicht, hängt mitentscheidend vom Wetter ab. Im vergangenen Jahr kamen in einem blendenden Sommer 25 500 Besucher in die Dreieichenhainer Burgruine – was einer Auslastung von sensationellen 87 Prozent entsprach.

Alles zu den Burgfestspielen in Dreieichenhain

Die Freiluft-Location ist mit knapp 850 Sitzplätzen bestückt, davon sind nach Barths Worten etwa 700 überdacht. „Wir machen uns nicht verrückt“, sagt der Programmmacher. Recht hat er, das Wetter lässt sich eh nicht ändern. Zudem ist das Team um Betriebsleiter Benjamin Halberstadt unwettererprobt, und auch das treue Stammpublikum lässt sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen.

Absagen mussten die Veranstalter den Auftritt von Thomas Quasthoff und Michael Frowin, der für den 8. Juli vorgesehen war. Die Agentur der Künstler gab dafür „persönliche Gründe“ an. Der Abend fällt ersatzlos flach. Barth: „So kurzfristig war es nicht möglich, jemand anders zu engagieren.“ Gibt ja genügend andere Künstler, die einem die hoffentlich lauen Sommerabende im historischen Ambiente versüßen. Karten gibt es beispielsweise noch für Stefan Gwildis (9. Juli), „König Lear“ (21. Juli), „Michael Kohlhaas“ (28. Juli), die A-Cappella-Nacht (29. Juli), Varieté unter Sternen (4. bis 6. August), Gayle Tufts (7. August), Kult-Autor Vladimir Kaminer (10. August), „Der eingebildete Kranke“ mit Michael Quast (11. und 12. August), „Der Name der Rose“ (16. August) und „Evita“ (18. bis 20. August). Als Geheimtipp gilt Jan Plewka, der am 23. Juli Lieder von Rio Reiser interpretiert. Gespannt darf man auch sein auf das neue Programm von Sabine Fischmann und Ali Neander. Die beiden – bestens bekannt durch ihre stets ausverkauften Auftritte im Dreieicher Maislabyrinth – entern am 14. August die große Bühne und nehmen das Publikum auf eine musikalische und szenische Achterbahnfahrt mit.

Burgfestspiele: Volles Haus bei Premiere

Kommentare