Abschluss der Burgfestspiele Dreieichenhain

Feuer-Show der „Firedancer“: Flammendes Spektakel

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Viele Effekte, keine Story: Die „Firedancer“ waren mit ihrer akrobatischen Feuertanz-Show bei den Burgfestspielen Dreieichenhain zu Gast.

Dreieich - Ein Tanz mit dem Feuer, die Hayner Burgruine in der Dämmerung. Eigentlich sollte das für „Wow“-Effekte sorgen. Allerdings sprang der Funke nicht wirklich über . Von Maren Cornils 

Zugegeben, die Idee, den Innenhof der Hayner Burg zu illuminieren und die Zuschauer zu einem Spiel mit dem Element Feuer einzuladen, hat Charme. Das, was das Ensemble von „Firedancer“ mit „Elements of Life“ dort am Sonntagabend bietet, sorgt zwar optisch für so manches Staunen. Für eine Show in zwei Akten besitzt das Spiel mit dem Feuer – trotz zum Teil beeindruckender Akrobatik-Einlagen – jedoch nicht ausreichend Potenzial. Zu schnell nutzten sich die Effekte ab, wenn überall auf der Bühne mit Feuerrädern und Fackeln hantiert wird und im Sekundentakt Feuersbrünste entfacht werden. Zwar sorgt die achtköpfige Truppe aus Tänzern, Musikern, Akrobaten und Pyrotechnikern für ein großes Spektakel, indem die Tänzer in immer neuen Formationen über die Bühne wirbeln und dabei atemberaubende Kunststücke mit riesigen Flammen vollbringen. Abendfüllend aber ist dies nicht.

Und ganz so, als habe man das bereits bei der Planung geahnt, wurden, sozusagen zum Strecken des Materials, Songs eingebaut, auf die man besser verzichtet hätte. Da darf eine Tänzerin kurz nach Beginn „Tanz Dich aus dem Traum in Dein Leben“ singen, ein Musiker in einer schwarze Kutte bearbeitet zu „Burning Down The House“ seine Gitarre und wirkt wie eine Kreuzung aus „Name der Rose“ und Metal-Anhänger. Auch der gut gebaute Tänzer in Biker-Kluft, der sich nach machohaftem Gepose das Shirt vom Leib reißt, um mit nacktem Oberkörper über die Bühne zu tanzen, wirkt ein wenig fehlplatziert. Recht unterhaltsam wird „Firedancer“, wenn man sich darauf konzentriert, die Ruine mit Licht, Schatten und Illuminationen zu inszenieren. Immer wieder dürfen die vier Tänzerinnen ihr Können beweisen, darunter mit einer gelungenen Bauchtanznummer.

Bilder zum Abschluss der Burgfestspiele 2016

Und wenn sich in der Eingangsszene eine in silberne Stoffbahnen gekleidete Fantasiegestalt zum Sound von Wassertropfen zu einem Tanz mit dem Feuer bewegt oder die „Firedancer“-Combo lässig Seilspringen mit einem brennenden Spielzeug vollführt, Seifenblasen über die Tribüne wehen oder ebenfalls brennende Hulahoop-Reifen rhythmisch um die Hüften der Damen kreisen, dann hört man im Publikum eine Stecknadel fallen. „Elements of Fire“ ist unterhaltsam, mitunter betörend schön und schafft es so, die Zuschauer zumindest zeitweise zu entflammen. Gesang indes ist nicht die Stärke der „Feuertänzer“. Insgesamt wäre die Show vielleicht als kürzerer Act besser aufgehoben gewesen.

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