Tanz auf mehreren Hochzeiten

Hochkarätiges Programm nach den Festspielen

Dreieich - Noch laufen die Festspiele in Dreieichenhain unter Volldampf, aber Bürgerhauschef Benjamin Halberstadt und Veranstaltungsleiter Wolfgang Barth sind ihrer Zeit immer ein gutes Stück weit voraus. Von Frank Mahn

Johannes Brandrup spielt in „Terror“.  

Schließlich geht es rund fünf Wochen nach dem Finale des Open-Air-Spektakels in der Burg unters Hallendach. Und ein anspruchsvolles Theater-, Musik und Kabarettprogramm will rechtzeitig gebucht sein, um gegen die Konkurrenz in der Region bestehen zu können. Währenddessen basteln die beiden zudem an den Festspielen 2017. Mit der Resonanz bei der aktuellen Ausgabe ist Halberstadt sehr zufrieden. Bis zur Halbzeit sahen 14. 000 Besucher die Vorstellungen.  Es ist die 43. Spielzeit, die am 27. September im Bürgerhaus Sprendlingen eröffnet wird. Zu sehen ist „Terror“, ein außergewöhnlicher Gerichtsthriller von Ferdinand von Schirach. Dabei stimmen die Zuschauer ab, ob der Angeklagte schuldig gesprochen wird oder nicht. Im vergangenen Jahr uraufgeführt, sorgt das Stück seither für Diskussionsstoff in der Theaterszene. „Unsere Schauspielreihe geht mit einem Paukenschlag los“, ist Barth überzeugt. In Dreieich kommt die Inszenierung des Euro Studios Landgraf mit Johannes Brandrup in der Hauptrolle zur Aufführung.

„An unserer Mischung haben wir grundsätzlich nichts geändert. Vom Kind bis zum Senior ist für jeden etwas dabei. Aber natürlich gibt’s immer wieder Neuerungen“, sagt Halberstadt. Das Sprendlinger Bürgerhaus hat ein treues Stammpublikum. 2014/2015 wurden für 115 Veranstaltungen knapp 22 300 Karten verkauft, inklusive Abonnements. Der Vergleich mit den beiden vorangegangenen Saisons macht deutlich: Die Schwankungen sind geringfügig. Mit der Auslastung des Hauses sind die beiden Verantwortlichen zufrieden. Halberstadt: „Wir haben einen Deckungsgrad von 85 Prozent. Der Zuschuss der Stadt zu den Veranstaltungskosten beträgt 110 000 Euro. Festspiele inklusive.“ Kultur koste nun mal Geld. „Wir machen das zu vernünftigen Preisen, damit sich das möglichst jeder leisten kann.“

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Um auszuwählen, was sie auf die Bühne bringen, reisen Barth und Halberstadt quer durch die Republik. Etwa ein Drittel der Veranstaltungen, die ins Programm aufgenommen werden, haben sie sich angeschaut. Vor allem wenn sie Neues auf dem Schirm haben, gehen sie gerne auf Nummer sicher. „Oft kommt man dann raus und sagt: Gott sei Dank haben wir uns das angeguckt“, erzählt der Bürgerhauschef. Bei der Auswahl kann das Duo außerdem auf ein großes Netzwerk bauen. Vor allem die Mitgliedschaft in der Inthega (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen) sei da sehr hilfreich, sagt Barth.

Mit starken Stücken und prominenten Namen wartet nicht nur die Schauspielreihe mit ihren acht Vorstellungen auf. Gerade im Bereich Kabarett und Comedy ist das Programm hochkarätig bestückt. 2016/2017 geben sich unter anderem Claus von Wagner, Christian Ehring, Mathias Tretter und Rick Cavanian die Ehre. Henni Nachtsheim und Gerd Knebel gehören schon fast zum Inventar. Sie treten in ihrem „Wohnzimmer“ diesmal nicht als Badesalz auf, sondern mit neuen Soloprogrammen. Stabil geblieben sind nach Barths Worten die Abo-Preise. Auch 10er- und 20er-Paket sind wieder im Angebot, mit entsprechenden Ermäßigungen. Karten können ab sofort gekauft werden.

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Rubriklistenbild: © Markus Nass

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