Kurzweiliger Spaß bei Premiere des Musicals „Cinderella“

Burgfestspiele: Rockiger Auftakt reißt alle mit

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Es dauert ein wenig, bis der Prinz (Artur Molin) Gefallen an seiner Brautsuche findet. Da helfen auch die schmucken Tänzerinnen im Hintergrund nichts. Doch dann möchte er die schöne Unbekannte vom Ball wiederfinden.

Dreieichenhain - Was für ein Abend, was für ein fulminanter Auftakt der Burgfestspiele: Mit der Wahl von „Cinderella – A Rock’n’Roll Fairytale“ landete das Team um Bürgerhauschef Benjamin Halberstadt einen Volltreffer. Kein Wunder, dass es bei der anschließenden Premierenfeier nur zufriedene Gesichter gab. Von Holger Klemm

„Ich bin mal gespannt, wie das Stück beim Publikum ankommt, es ist schon sehr rockig.“ Doch wirklich besorgt ist Wolfgang Barth, Veranstaltungsleiter der Festspiele, vor Beginn nicht. Er hat das rasante und mit vielen witzigen Gags versehene Musical bereits im vergangenen Sommer auf dem Marktplatz in Marburg gesehen und weiß, was die Besucher erwartet. Und die gehen von Anfang an mit. Immer wieder wird bei bekannten Hits wie „It’s a man’s world“, „Please forgive me“ oder „Mr. Bombastic“, von denen es in der Produktion des Hessischen Landestheaters Marburg einige gibt, eifrig mitgeklatscht. Und nach der Zugabe hält es kaum noch einen auf den Sitzen. „So etwas habe ich bei einer Premiere der Burgfestspiele noch nicht erlebt“, freut sich ein sichtlich begeisterter Bürgermeister Dieter Zimmer. „Ich hätte am liebsten mitgesungen“, bekennt Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt, die von der einzigartigen Stimmung schwärmt.

Schon vor Beginn sind Bürgerhauschef Benjamin Halberstadt (rechts) und Wolfgang Barth guter Dinge.

Mit wem man sich bei der Premierenfeier, zu der sich unter anderem viele Bürgermeister, Kreistagsmitglieder, Stadtverordnete und auch der hessische Minister Stefan Grüttner eingefunden haben, unterhält, alle zeigen sich begeistert. „Da hat alles gestimmt“, „Das war toll und mitreißend“, „Erfrischend anders“, „Das hätte ruhig noch weitergehen können“, „Pures Sommervergnügen“ – das sind nur einige der durchweg positiven Kommentare. Einige sprechen sogar von der bislang besten Premiere bei den Festspielen. Gelobt wird die Leichtigkeit der Aufführung, hinter der aber auch viel Arbeit steckt. Für Lacher sorgen die zahlreichen Anspielungen auf Dreieich. „In Dreieichenhain ist es auch vorne raus ruhig“, versucht die böse Stiefmutter einer ihrer Töchter das neue Zimmer schmackhaft zu machen. Die Burg, ihr neues Domizil, bezeichnet sie verächtlich als „altes Gemäuer“. „Wenn sie das noch einmal gesagt hätte, wäre ich auf die Bühne gegangen“, sagt Zimmer lachend. Ein besonderer Gag der Aufführung ist, dass der Dreieicher Stadtrat Heinz-Georg Stöhs auf seinem Motorrad eine Rolle spielt.

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Von einem kulturellen Highlight des Jahres spricht Landrat Oliver Quilling. Die Burgfestspiele hätten sich einen Namen weit über die Region hinaus gemacht und seien ein Aushängeschild für den Kreis. Er könne nur jedem raten, die Festspiele zu besuchen. „Zu der Burg passt einfach jedes Stück“, schwärmt Bürgermeister Zimmer von der einzigartigen Atmosphäre, in der sich auch das rockige Musical bestens entfalten kann. Sein Dank geht an Halberstadt, Barth und ihr Team, die Großartiges auf die Beine stellten.

Überhaupt können sich Halberstadt und Barth an diesem Abend über viele Glückwünsche freuen, auch von den beiden Premieren-Sponsoren, der Sparkasse Langen-Seligenstadt und den Dreieicher Stadtwerken. „Ich hatte das Stück vergangenen Sommer in Marburg gesehen“, erzählt Halberstadt. Danach sei ihm sofort klar gewesen, „Cinderella“ zu den Burgfestspielen holen zu wollen. Dort feiert das Musical nun seine Tournee-Premiere. Ihm und Barth habe das Stück in der Burg sogar besser gefallen, das auf kleinerem Raum kompakter gewirkt hätte als auf dem Marktplatz in Marburg. Er hofft, „Cinderella“ nach dem großen Erfolg im kommenden Jahr noch einmal nach Dreieichenhain holen zu können. Zwei Vorstellungen seien zu wenig.

Rasantes Musical eröffnet die Hainer Burgfestspiele: Bilder

Mit dem bisherigen Vorverkauf für die Festspiele, die bis zum 21. August laufen, sind die beiden trotz der bislang eher schlechten Witterung zufrieden. Sie hoffen, dass dieser nach dem Beginn und dem nun hoffentlich besseren Wetter weiter anzieht. Weiter geht es am morgigen Donnerstag um 10 Uhr mit der ausverkauften Vorstellung von „Jim Knopf“. Noch Restkarten gibt es für das Konzert von Stefan Gwildis am Samstag, 9. Juli, um 20 Uhr. So richtig durchstarten werden die Festspiele dann in der kommenden Woche nach dem Ende der Fußball-Europameisterschaft.

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