2015 blieb keine Zeit für die Koordination der Veranstaltungsreihe

Comeback der Interkulturellen Wochen

Dreieich - 2015 setzte Dreieich notgedrungen mit den Interkulturellen Wochen aus. Die Unterbringung der Flüchtlinge band Koordinatorin Karin Scholl zu sehr ein. Von Cora Werwitzke  

Noch einmal soll sich das nicht wiederholen: „Die Interkulturellen Wochen sind wichtig, um zentrale Themen ins Bewusstsein zu rücken“, sagt Scholl. Deshalb sollen sie vom 1. September bis 31. Oktober dieses Jahres wieder steigen. „Nochmal ausfallen lassen – das geht nicht“, stellt Dreieichs Integrationsbeauftragte Karin Scholl klar. Die Streichung der Interkulturellen Wochen soll einmalig bleiben. „Insofern hoffen wir, dass sich nun viele Personen und Vereine melden, die einen Beitrag leisten wollen“, sagt Scholl, bei der die Fäden der Veranstaltungsreihe wie eh und je zusammenlaufen.

Begangen werden die Interkulturellen Wochen seit 40 Jahren unter verschiedenen Namen und Schwerpunkten. Die Veranstaltungsreihe beleuchtet gelebte Vielfalt auf Stadt-, Kreis- und Bundesebene – dieses Jahr unter dem Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“. Karin Scholl stellt in ihrem Beruf tagtäglich fest, dass die gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Vielfalt hierzulande zunehmend anerkannt wird, die Migrationsgesellschaft sich aber nach wie vor vielen Herausforderungen stellen muss – auch um einfältigen Lösungsvorschlägen nicht das Feld zu überlassen. Zurzeit beschäftigt die Menschen natürlich vor allem die Flüchtlingsbewegung. „Daraus ergeben sich neue Themen, die wir im Rahmen der Interkulturellen Wochen gerne aufnehmen“, blickt Karin Scholl voraus. Ihr Team würde deshalb gerne Ehrenamtler des hiesigen Flüchtlingsnetzwerks mit ins Boot holen. Ob die sich allerdings zusätzlich zu ihrem Einsatz in den Flüchtlingsunterkünften den Aufwand machen wollen, eine oder mehrere Veranstaltungen zu organisieren, müsse erst einmal eruiert werden.

Vergangenes Jahr hat Karin Scholl etliche Rückmeldungen auf die gestrichenen Interkulturellen Wochen bekommen. „Viele Menschen haben das bedauert“, sagt sie. Immerhin zwei Veranstaltungen habe es im Rahmen des Kreisprogramms gegeben. Die Integrationsbeauftragte resümiert, dass „aufgefallen ist, dass es die Interkulturellen Wochen nicht gab – und das ist doch ein durch und durch gutes Zeichen“.

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Willkommen sind für 2016 Angebote, die über Migration und Integration informieren, die zu mehr Verständnis füreinander beitragen und so zu mehr Toleranz und Weltoffenheit führen. Raum ist auch für interreligiösen Dialog und kulturellen Austausch, für Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten sowie eben für Projekte, die im Rahmen der Flüchtlingshilfe initiiert wurden. Wer als Institution oder Einzelperson Interesse hat, eine Veranstaltung zu organisieren oder sich an einer Veranstaltung zu beteiligen, kann Karin Scholl unter Tel.: 601-282 oder karin.scholl@dreieich.de kontaktieren. Sobald das Programm feststeht, wird die Stadtverwaltung einen Flyer mit allen Veranstaltungspunkten der Interkulturellen Wochen in Dreieich herausbringen.

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