Demenz-Ratgeber

Mit Infos vollgepackter Wegweiser

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Dreieich - Was tun, wenn Familien bei einem Angehörigen Demenz vermuten? Diese und viele weitere Fragen beantwortet ein Ratgeber, den das hiesige Diakonische Werk gemeinsam mit der Seniorenberatung der Stadt neu herausgibt.

Die Broschüre mit dem Titel „Demenz in Dreieich“ soll als praktische Alltagshilfe für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen dienen. Die Zahl der Menschen, die an Demenz erkranken, steigt. Das lässt sich auch in Dreieich anhand der prognostizierten Altersentwicklung festmachen. Die Zahl der über 80-Jährigen in der Stadt wird sich bezogen auf das Basisjahr 2006 bis 2020 um 60,5 Prozent, bis 2030 sogar um 75,6 Prozent erhöhen. Mehr „Alte“ bedeutet mehr Demenzfälle – das liegt auf der Hand. Die häufigste und bekannteste Form der Demenz ist Alzheimer. Für Betroffene und Angehörige stellen sich viele Fragen, wenn sie merken, dass alltägliche Tätigkeiten zu einem Problem werden: Wie erkenne ich eine Demenz? Wo kann eine medizinische Diagnose erfolgen? Wie geht man mit der Diagnose um? Welche Therapie- und Betreuungsangebote gibt es? Wie und wo kann ich als Angehöriger entlastet werden?

Vor diesem Hintergrund ist im Demenzforum Dreieich die Idee geboren worden, einen Wegweiser für die Stadt zu entwickeln, um auf all diese Fragen in einer einzigen Broschüre Antworten zu geben. Das Forum setzt sich zusammen aus stationären Einrichtungen, ambulanten Diensten, der städtischen Seniorenberatung, dem Diakonischen Werk und freiwillig Engagierten. In die Hand nahmen das Projekt Martina Geßner und Annette Schröder vom Diakonischen werk und Gabriele Buchwald von der Seniorenberatung der Stadt. Nach umfänglicher Recherchearbeit und der Mithilfe zahlreicher Kooperationspartner – darunter eine Ärztin, die Alzheimergesellschaft und die Leitstelle Älterwerden – ist ein umfangreicher Ratgeber entstanden, der allen Betroffenen und Interessierten helfen soll, sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen.

Leser finden darin medizinische Grundlagen, Ansprechpartner für Diagnostik und Beratung, Informationen zu Schulungs- und Fortbildungsterminen, stationäre und ambulante Betreuungs- und Entlastungsangebote für Betroffene und Angehörige, die Punkte rechtliche Betreuung und Vorsorge, sowie Seelsorge, Betreuung im letzten Lebensabschnitt und freiwilliges Engagement. Damit die Seiten auch künftig aktuell bleiben, soll der Wegweiser in regelmäßigen Abständen überarbeitet und neu aufgelegt werden.

Der Umgang mit Demenzkranken stellt die Personen im direkten Umfeld vor große Herausforderungen. „Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Seniorenberatung weiß ich, dass über Demenz nicht gerne gesprochen wird“, sagt Gabriele Buchwald. Ihr persönlich sei es daher ein Anliegen, dass man sich gesamtgesellschaftlich mit dem Thema beschäftige, um Menschen mit dieser Erkrankung nicht auszugrenzen, sondern Teilhabe zu ermöglichen – auch mit fortschreitendem Krankheitsverlauf.

Prominente, die ihr Gedächtnis verloren 

Zum Thema Demenz steht über die neue Broschüre hinaus eine Veranstaltungsreihe der Leitstelle Älterwerden des Kreises Offenbach in Kooperation mit der Seniorenberatung bevor: Zwischen dem 24. Oktober und 5. Dezember sind im Galerieraum, Fichtestraße 50a, mehrere Referenten zu Gast. Sie gewähren aus verschiedenen Blickwinkeln Einblicke in die Lebenswelt von Demenzkranken.

Ans Herz legen die Veranstalter Interessierten zum Bespiel den Abend „Gedächtnisprobleme im Alter – Die Gedächtnissprechstunde des Sana Klinikums stellt sich vor“ am Montag, 7. November. Referent ist Dr. Peter Danos, Oberarzt und Leiter der Gedächtnissprechstunde der Klinik für Psychatrie und Psychotherapie am Sana Klinikum in Offenbach. Die Teilnahme ist kostenlos, weitere Informationen bei Yvonne Walther, Tel.: 601-245, Gabriele Buchwald, Tel.: 601-247, oder Birgit Pichon, Tel.: 06074/8180533.

Der neue Ratgeber ist in Dreieich bei allen Kooperationspartnern des Demenzforums erhältlich. Weitere exponierte Stellen wie Apotheken und Ärzte werden peu à peu bedient. Wer möchte, kann die Broschüre auch in der Winkelsmühle anfordern, Tel.: 06103/987518. Auf der Internetseite www.diakonie-of.de ist das Heft zudem als PDF-Datei hinterlegt und somit auch online zugänglich. (cor)

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