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Denkmal erhalten

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Blick auf den jüdischen Friedhof in Sprendlingen. © Sauda

Dreieich ‐ Er zählt zu den besonderen kulturellen Denkmälern in Sprendlingen und ist doch nicht so im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Doch das könnte sich bald ändern. Die Rede ist vom jüdischen Friedhof, der mit dem allgemeinen Friedhof in der Rathausstraße verbunden ist. Von Holger Klemm

Schüler der Ricarda-Huch-Schule werden für ihn eine Patenschaft übernehmen. Auftakt ist am Montag, 31. Mai, um 14.30 Uhr. Dazu wird auch Daniel Neumann, Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, erwartet. „Diese Patenschaft soll die Geschichte Sprendlingens und der Jüdischen Gemeinde den Schülerinnen und Schülern nahe bringen“, berichtet Myriam Andres, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft „Mitmach-Geschichte“ an dem Sprendlinger Gymnasium.

Vor der offiziellen Übernahme der Patenschaft haben sich die Mitglieder der AG einen ersten Überblick über die Geschichte Dreieichs verschafft. Außerdem bekamen sie von Dagmar Kroemer einen Einblick in die Arbeit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises. Außerdem wollen sie sich mit der hebräischen Schrift beschäftigen.

Und noch etwas anderem soll die Patenschaft dienen: Ziel ist die Erhaltung des Jüdischen Friedhofs, speziell die Unterstützung des Friedhofszweckverbandes bei der Reinigung der Anlage und der Grabsteine. Bei oben genannten Termin wollen die Schülerinnen und Schüler damit beginnen, unter fachkundiger Anleitung einzelne Grabsteine von Moosflechten zu befreien. Das soll in den folgenden Schuljahren durch die AG „Mitmach-Geschichte“ fortgeführt werden. Myriam Andres möchte auch die Recherche und Aufarbeitung der Geschichte Dreieichs und der Jüdischen Gemeinde vertiefen.

Der Jüdische Friedhof entstand 1830/31 und ist damit der ältere der beiden vorhandenen in Dreieich. Auf ihm sind bis zu 200 Personen beigesetzt. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1831 und wurde für Mindlar (Mina) Goldschmidt aus Sprendlingen gesetzt, die am 2. Nissa 5591 (17. März 1831) gestorben war. Die letzten Beisetzungen fanden 1938 statt. Am 19. September 1888 wurde auf dem Friedhof ein Mahnmal für die ermordeten Juden gesetzt.

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