Detlef Möbius zeigt Bilder im Palas

Annäherung an das Mittelalter

Dreieichenhain - Mit einer einzigartigen Ausstellung wartet der Fotograf Detlef Möbius am Wochenende beim Burgfest auf. Seine Bilder entführen die Besucher ins Mittelalter und sehen fast so aus, als ob sie auch aus dieser Epoche stammen. Von Holger Klemm 

Bereits vor zwei Jahren präsentierte der Langener seine Schau „Bilder aus dem Mittelalter“ beim Burgfest unter freiem Himmel im Palas. Zu den beeindruckenden Motiven kam das einzigartige Ambiente. In dem historischen Gemäuer wurden die Aufnahmen abends mit Fackeln stilvoll beleuchtet, was die Wirkung noch einmal steigerte. So wird es auch in diesem Jahr sein.

Denn nach dem großen Erfolg bat Organisator Roger Heil den Fotografen um eine weitere Ausstellung. „Ich wollte aber ein Jahr Pause. Das Ganze soll ja etwas Besonderes bleiben“, betont Möbius. Zudem sei eine solche Schau sehr aufwendig – und das nicht nur auf den reinen Prozess des Fotografierens bezogen. Auch die Herstellung der großen Drucke ist mit viel Arbeit verbunden.

Aufwendig werden die Bilder auf alt wirkend bearbeitet. So erhält der verblüffte Betrachter den Eindruck, vor einem viele Jahrhunderte altem Werk zu stehen. Der Anspruch von Möbius ist es, das Mittelalter in Momentaufnahmen künstlerisch darzustellen, so wie es sich zugetragen haben könnte. Die Szenen, die ins 14. und 15. Jahrhundert zurückführen, sind mal erhaben, mal dramatisch, mal lustig.

Für „Bilder aus dem Mittelalter II“ sind komplett neue Arbeiten entstanden, zum Teil wieder mit Mitgliedern der Freyen Gefolgschaft zum Hayn, der auch Möbius angehört. Einige werden erstmals zu sehen sein. Für die dargestellten Szenen greift der Fotograf nicht auf Gemälde der Früh- oder Hochrenaissance zurück. Mal kommt er mit einer Bildidee zum Aufnahmetermin, mal erarbeitet er diese mit den Porträtierten. „Ich bin auf die Herangehensweise nicht festgelegt.“ Wichtig sei der Moment, bei dem alles passt.

Besonderer Wert wird auch auf die Gestaltung der Staffeleien age gelegt. Diese wurde mit Jens Siegmund von der Freyen Gefolgschaft so gebaut, dass sie einem Mittelaltermarkt gerecht wird. „Damals wurde nicht geschraubt, sondern gedübelt“, erklärt Möbius, der die Epoche faszinierend findet, auch wenn er weiß, dass es vielen damals nicht gut ging.

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„Ich bin in Dreieichenhain aufgewachsen und kraxelte als Junge in der Burgruine herum.“ Die Faszination ist geblieben. Bei den Mittelaltervereinen schätzt er vor allem das unkomplizierte und freundschaftliche Zusammensein. „Da spielt es keine Rolle, wer man ist und woher man kommt“, betont Möbius.

Ein Zufall brachte ihn zu den Mittelalter-Fotos. Der Fotograf hatte einen Termin mit einer Band an der Burg ausgemacht. Doch diese ließ ihn warten. Dafür zog ein Mann im Ritterkostüm seine Kreise. Dabei handelte es sich um Mittelalter-Fan Erik Tributsch. „Natürlich habe ich gleich Fotos gemacht“, erinnert sich Möbius. Doch viele waren es nicht, da die verspätete Band noch auftauchte.

Die Teilnahme an Mittelaltermärkten bedeutet für Möbius eine Abwechslung zum Alltag. Allerdings hat er dazu nur wenig Gelegenheit. Beim Hayner Burgfest will er aber dabei sein – in seinem Gewand – und freut sich auf Gespräche mit den Besuchern.

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