Knapp 5700 Kilometer durch Norwegen, Schweden und Finnland

Strapaziöse Tour durch Skandinavien

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Vollbepackter Drahtesel vor traumhafter Kulisse: Dieter Fröhlich folgte unter anderem der Route der Hurtigruten-Schiffe. Abgekämpft, aber glücklich kam der Sprendlinger nach gut drei Monaten wieder nach Hause. Von seinem Abenteuer berichtet er im November in zwei Vorträgen.

Dreieich - Der Mann ist Überzeugungstäter. Schätzungsweise 4 000 Kilometer im Jahr ist Dieter Fröhlich mit dem Fahrrad unterwegs. Ist prima fürs Klima und gut für die Gesundheit. Von Frank Mahn 

Während andere im Ruhestand erstmal eine ruhige Kugel schieben, dreht der 68-Jährige erst richtig auf. Und fährt mal eben drei Monate durch Skandinavien. Norwegen, Finnland, Schweden – das Reiseherz des gebürtigen Hamburgers schlägt für den Norden Europas. „Ich habe dort bestimmt schon 50 mal Urlaub gemacht, auch mit dem Rad“, erzählt Fröhlich. Da sei es im Prinzip an der Zeit gewesen, mal so eine richtig ausgedehnte Tour zu unternehmen. Am Ende waren es sage und schreibe 5 700 Kilometer, die er runterstrampelte. Klar, dass in drei Monaten nicht nur die Sonne schien. Kälte, Nässe, Wind – alles war dabei. Was treibt einen frischgebackenen Rentner – Fröhlich war bis zum Eintritt in den Ruhestand bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit beschäftigt – dazu, eine derartige Strapaze auf sich zu nehmen? Die grandiosen Landschaften haben es ihm angetan, die unberührte Natur. Die Städte, sagt Fröhlich, könne man von wenigen Ausnahmen abgesehen vernachlässigen.

Das ADFC-Mitglied startete seinen Trip mit dem Zug und fuhr nach Hirtshals im Norden Dänemarks. Von dort aus setzte Fröhlich mit der Fähre nach Norwegen über, um sich dann mutterseelenallein in den Sattel zu schwingen und 88 Tage den Norden Europas zu erkunden. Dabei folgte er über große Strecken der legendären Hurtigrute. Mit dem Rad besuchte er die meisten norwegischen Häfen, die von der traditionellen norwegischen Postschifflinie angelaufen werden. Auch ein Abstecher auf die Lofoten durfte nicht fehlen. Der Rückweg von der norwegisch-russichen Grenze führte den Dreieicher erst durch Finnland und dann durch die endlosen Wälder Schwedens bis nach Göteborg. Dort bestieg Fröhlich die Fähre nach Kiel, setzte sich in den Zug und machte sich erschöpft, aber glücklich auf den Weg nach Hause.

Was er erlebte, schildert das in Hessen heimisch gewordene „Nordlicht“ demnächst beim Verein Unter einem Dach, der Initiative für gemeinschaftliches Wohnen in der Buchwaldstraße 14. Seinen Bericht, den er natürlich mit einer Vielzahl von Bildern garniert, hat er in zwei Teile gegliedert. Teil eins am Freitag, 4. November, ist hauptsächlich Norwegen gewidmet, drei Wochen später (25.) sind Finnland und Schweden an der Reihe. Fröhlich wird schildern, wie er mit den gefürchteten Mückenschwärmen klar kam, wie asiatische Touristen auf norwegischen Straßen Auto fahren und wie Rentiere sich beim Anblick von Radfahrern verhalten.

Wanderungen zwischen Elbhöhenweg und Elbtalaue

In den drei Monaten hat Fröhlich nur einen Schreckmoment durchstehen müssen. In Schweden streifte ein Autofahrer beim Überholen mit dem Außenspiegel den Spiegel von Fröhlichs Fahrrad. „Es gab einen lauten Knall, aber es nichts passiert“, berichtet der Skandinavien-Bummler. „Der Mann hat sofort angehalten und sich entschuldigt.“ Bei aller Begeisterung fürs Radeln ist Dieter Fröhlich kein Mensch, der das Autofahren verteufelt. Er hat zwar eins, benutzt es aber selten. Zum Beispiel gelegentlich, um einen Kasten Bier zu holen, sagt er augenzwinkernd. Seit Kurzem ist Dieter Fröhlich Dreieichs erster ehrenamtlicher Radverkehrsbeauftragter. Erhöhung der Sicherheit, Optimierung von Radrouten und Radverbindungen und nicht zuletzt das Stadtradeln sind Felder, auf denen der Experte sein Wissen und seine Erfahrung einbringt. Die Stelle ist zunächst bis Ende 2018 befristet, eine Verlängerung aber wahrscheinlich.

Zurück zu den Vortragsreisen: Die Fernweh-Abende beim Verein Unter einem Dach beginnen jeweils um 19 Uhr. Es sind jeweils drei Euro zu zahlen. Wegen des begrenzten Platzangebots im Gemeinschaftsraum ist eine Anmeldung zwingend erforderlich. Kontaktadresse: Sabine Kootz, s.kootz@outlook.de oder Tel.: 06103/5092399.

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