Ortseingänge werden dieses Jahr umgebaut

Drei neue Entrees in Offenthal

Dreieich - Auf den genauen Zeitpunkt will sich Erster Stadtrat Martin Burlon nicht festnageln lassen, aber der Umbau wird auf jeden Fall in diesem Jahr angepackt. Von Frank Mahn 

Was wird aus der „Alten Milchküche“ samt ehemaliger Gefrieranlage? Darum wird es in der nächsten Planungswerkstatt vor den Sommerferien gehen. Bürgermeister Dieter Zimmer favorisiert den Abriss, weil eine Sanierung zu teuer käme.

Die Offenthaler Ortseingänge werden als solche kenntlich gemacht – mit Verkehrsinseln und Baumtoren, damit Autofahrer den Fuß vom Gas nehmen. Noch vor den Sommerferien wird es bei einem weiteren Treffen der Planungswerkstatt um die Zukunft der alten Ortsmitte gehen. Leicht verschwenkte Fahrbahnen, Inseln, Bäume – die Ortseingänge an Mainzer-, Dieburger- und Bahnhofstraße werden bald einen neuen Guck haben und damit für mehr Sicherheit sorgen. Für die motorisierten Verkehrsteilnehmer seien dies „sichtbare Zeichen“, auf die Bremse zu treten, so Erster Stadtrat Martin Burlon. Und wenn die Bäume gewachsen seien, stelle sich der „Torcharakter“ ein. Nach Burlons Worten ist zudem geplant, für die Ortsdurchfahrten durchgehend Tempo 30 anzuordnen. Der Erste Stadtrat ist zuversichtlich – mit einer Ausnahme. Ein kurzer Abschnitt der Dieburger Straße ist Kreisstraße. Dort lässt sich eine Reduzierung wohl kaum durchsetzen.

Mit 220.000 Euro Baukosten kalkuliert der Magistrat für die neuen Entrees. Dass sie an erster Stelle der Prioritätenliste stehen, geht auf einen Beschluss der Planungswerkstatt zurück, die von der Stadt eingerichtet wurde und die vom Darmstädter Planungsbüro R+T begleitet wird. Die Verkehrs- und Stadtplaner haben auch schon erste Szenarien für die alte Ortsmitte entworfen. Die steht nämlich als nächstes im Fokus. Noch vor den Sommerferien können sich die Offenthaler wieder einbringen. Den Termin gibt die Stadt noch bekannt. Alle Teilnehmer der bisherigen drei Treffen werden persönlich eingeladen. Mitdiskutieren kann jeder, dem die Zukunft des Stadtteils am Herzen liegt.

„Wir werden uns vorrangig mit der Neugestaltung der ehemaligen Ortsdurchfahrt Mainzer und Dieburger Straße rund um die Kirche beschäftigen“, erinnert Martin Burlon an die im Vorjahr gemeinsam besprochene Vorgehensweise. Für bauliche Maßnahmen ist im Haushalt eine Verpflichungsermächtigung in Höhe von 580.000 Euro festgelegt. Das Darmstädter Büro werde für besagten Abschnitt eine „tiefergehende Ausarbeitung“ vorlegen, kündigt der Erste Stadtrat an. Dann wird es auch um die „Alte Milchküche“ in der Kirchgasse gehen. Dort wurde früher die Milch der Bauern gesammelt, zudem konnten sie beispielsweise Fleisch in einer „Gemeinschafts-Gefrieranlage“ lagern. Das städtische Anwesen ist ziemlich heruntergekommen, wird seit ein paar Jahren von den Dreieicher Bürgerhäusern als Abstellraum für Mobiliar genutzt. Bürgermeister Dieter Zimmer liebäugelt mit einem Abriss, um dort einen Platz als Treffpunkt zu schaffen. „Eine Sanierung wäre mit einem immensen finanziellen Aufwand verbunden“, sagt der Rathauschef. Er habe Gespräche mit mehreren Vereinen geführt, aber keiner habe ernsthaftes Interesse an der Liegenschaft bekundet.

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Was die Sanierung der ehemaligen Ortsdurchfahrten angeht, sind sich Stadt und Hessen Mobil immer noch nicht einig. Die Straßenverkehrsbehörde des Landes hatte der Stadt 42.000 Euro für letzte Reparaturen von Weiher- und Bahnhofstraße geboten – und die Messeler Straße glatt unterschlagen. Dass diese Summe viel zu niedrig ist, hat sich die Stadt von einem unabhängigen Büro bestätigen lassen und bei Hessen Mobil interveniert. Passiert ist nichts. Burlon will nun für jeden Straßenabschnitt eine exakte Berechnung anstellen lassen und die Behörde damit konfrontieren.

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