Gutachten zu Sportplätzen Vereinsidee

FWG-Anfrage ärgert Burlon

Dreieich - Zwischen den Zeilen klingt leichte Verärgerung durch. Die Anfrage der Freien Wähler zur Zukunft der Sportplätze gehe von nicht korrekten Annahmen aus, teilt Erster Stadtrat Martin Burlon namens des Magistrats mit.

Zudem hält Burlon es nicht für sinnvoll, dass die FWG immer wieder die Übergabe von Plätzen an Vereine fordert, wenn es keine konkrete Grundlage dafür gibt. Der Erste Stadtrat erinnert daran, dass die Sportplatzkommission im Juli 2015 einem Vorschlag der IG Sportplatz zugestimmt habe, einen externen Gutachter zu engagieren, der die Auslastung der Sportanlagen untersucht. An dieser Sitzung habe auch der seinerzeitige FWG-Stadtverordnete Guido Stroh teilgenommen. Von daher sollten die Freien Wähler wissen, dass es sich in Hinblick auf die Begutachtung nicht um eine Initiative des Magistrats handelt, sondern um eine Anregung von Vereinsseite. Die Frage an den Magistrat, ob er Einsparungen weiterhin über die Aufgabe von Sportplätzen erzielen wolle, sei somit falsch gestellt. Die Stadtregierung sei dem Wunsch der Vereine gefolgt, habe das Gutachten bei einem Büro in Kaiserslautern in Auftrag gegeben und bezahlt. „Aufgrund zum Teil leider nur sehr schleppender Mitwirkung einiger Vereine konnte das Ergebnis des Gutachtens erst in der Sitzung der Sportplatzkommission am 21. März 2016 vorgestellt und diskutiert werden. An dieser Sitzung nahm leider kein Vertreter der FWG-Fraktion teil“, rekapituliert Burlon.

Derzeit laufen nach seinen Worten Gespräche der Vereine mit Blick auf mögliche Maßnahmen zur Konsolidierung, die das Erheben von Nutzungsgebühren entbehrlich machen könnten. „Diese Gespräche bleiben abzuwarten“, sagt Burlon. Wenn auf dieser Ebene nach den bisherigen Erfahrungen ein Durchbruch gelingt, wäre dies allerdings eine Überraschung.

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Ansonsten liege auf Basis der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung, die an dem Ziel von dauerhaften Einsparungen in Höhe von 300.000 Euro im Jahr bei den Sportanlagen festhalte, ein Konsolidierungsvertrag vor, der die Erhebung von Nutzungsgebühren, nicht jedoch die Entwidmung von Sportanlagen vorsehe, führt der Erste Stadtrat aus. Dieser Weg einschließlich des Erhebens der Gebühren werde durch den Magistrat umgesetzt, sodass es bisher auch mangels Notwendigkeit keinerlei inhaltliche Befassung des Magistrats mit dem Gutachten gegeben habe.

Die Übergabe von Sportanlagen sei weiterhin ein Ansatz des Magistrats zur Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Vereine und zum Generieren von Einsparungen. Im Falle des TVD sei ja auch ein erster kleiner Schritt gemacht worden. Weitere Interessenten, die diesen Weg kurzfristig und zeitnah mitgehen wollten, seien ihm nicht bekannt, so Burlon. Von daher sei es „sicher nicht zielführend, immer wieder die Übergabe von Sportanlagen in Vereinshand zu propagieren, wenn sich dies faktisch aktuell nicht als Lösungsmöglichkeit zum zeitnahen Entfallen der Nutzungsgebühr darstellt“. (fm)

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