Fesselnde Bücher für junge Leser

Das sind die Favoriten des Leseclubs „JuLiD“

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Insgesamt 145 Bücher liegen hinter dem Leseclub JuLiD. Dazu gehören; von links, vordere Reihe: Vanessa Johns, Lea-Sophie Brandt, Laura Gil, Clara Hansen, Franziska Gaubatz; hintere Reihe: Karolina Winzer, Miriam Rebenich, Alexander Lenz (JuLiD-Mentor) und David Schwab. Einige Mitglieder fehlen auf dem Foto.

Dreieich - Das verflixte siebte Jahr hat der Leseclub JuLiD (JugendLiteraturDreieich) gut überstanden. Die Jury hat das ganze Schuljahr über wieder eifrig gelesen und ihre Lieblinge bestimmt.

Insgesamt 145 Bücher liegen hinter dem Leseclub JuLiD. Dazu gehören; von links, vordere Reihe: Vanessa Johns, Lea-Sophie Brandt, Laura Gil, Clara Hansen, Franziska Gaubatz; hintere Reihe: Karolina Winzer, Miriam Rebenich, Alexander Lenz (JuLiD-Mentor) und David Schwab. Einige Mitglieder fehlen auf dem Foto.

Ausgewählt wurden erneut fünf Bücher und eine Reihe, wobei keine Rangfolge festgelegt wird. Entscheidend waren für die jungen Juroren ab 14 Jahren Kriterien wie das Cover, das Thema, die Umsetzung, Spannung, Sprache und Charaktere. Mit ihrer Wahl wollen sie Gleichaltrigen Lust aufs Lesen machen „JuLiD gibt auf diese Weise anderen Jugendlichen eine tolle Orientierung auf dem Buchmarkt“, freut sich Coach Linda Hein, die Leiterin der Schul- und Stadtteilbücherei Weibelfeldschule. Dafür gab es sogar schon den Hessischen Leseförderpreis.  „Man trifft andere Leute, die genauso von Büchern fasziniert sind wie man selbst. Leute, die auch jedes geschriebene Wort aufsaugen“, sagt JuLiD-Mitglied Celine Sawetzki. „Man tauscht sich aus, lernt andere Menschen mit dem gleichen Geschmack kennen. Oder man findet Gefallen an Büchern, die man beim Stöbern in der Buchhandlung keines Blickes würdigen würde. Noch eine tolle Sache ist, dass man die Bücher bewerten kann und somit eventuell andere dafür begeistert“, führt sie aus.

Seit September 2009 treffen sich Jugendliche monatlich in der Bücherei. Im vergangenen Schuljahr lasen die 22 Teilnehmer 145 Titel, die 2015 in Deutschland erschienen sind. Abgegeben wurden 426 Bewertungen und zahlreiche Rezensionen. Dabei durften die Jugendlichen selbst bestimmen, was sie lesen. Derzeit sind viele Mädchen im Team, was sich an den Siegertiteln deutlich zeigt. „Wir suchen also vor allem männliche Jugendliche, die sich in JuLiD engagieren und auch neuen Lesewind in die Juryarbeit bringen wollen“, richtet Linda Hein einen Aufruf an Interessierte. Die Siegertitel werden unter anderem in den umliegenden Stadtbüchereien und Buchhandlungen besonders beworben. Sogar in weiter entfernten Regionen animieren die JuLiD-Plakate Jugendliche zum Lesen. Unsere Zeitung stellt in den kommenden Wochen die favorisierten Bücher vor.

Den Anfang macht „Das Juwel - Die Gabe“ von Amy Ewing. Im Mittelpunkt steht die junge Violet, die dazu ausersehen ist, die Leihmutter von Adeligen zu werden, die keine eigenen Kinder mehr bekommen können. Sie wird von einer Herzogin ersteigert und ihrer Freiheit beraubt. Doch so einfach lässt sich Violet nicht unterkriegen. Gefährlich wird es, als sie sich in den Gefährten der Nichte der Herzogin verliebt.

„Das Buch ist ein gutes Beispiel dafür, dass der erste Eindruck auch täuschen kann“, sagt JuLiD-Mitglied Lena Degner. „Von außen könnte man das Buch schnell für eine leichte Prinzessinnen-Mädchengeschichte halten, doch dem ist ganz und gar nicht so. In ,Das Juwel’ wird man in eine Welt entführt, in der die Armen rücksichtslos ausgebeutet und benutzt werden, während die Reichen den Schein wahren und ein perfides Spiel mit ihren Untergebenen spielen“, führt die 18-Jährige weiter aus. Das Buch steche aus der Masse an Jugendbüchern heraus. „Es zieht einen in den Bann“, verspricht sie. „Durch ihren Trotz, ihr heißblütiges Talent und ihren unvergesslichen Wunsch nach Freiheit fällt die Identifikation mit Violet nicht besonders schwer“, meint die 19-jährige Franziska Gaubatz. „Auf den ersten Blick scheint eine klare Grenze zwischen guten und bösen Charakteren zu bestehen... Erst im Verlauf des Romans wird deutlich, wie vielschichtig, hinterlistig und verschlagen die einzelnen Figuren sind. Der Schreibstil ist sehr lebendig.“

Bilder: Buchmesse Convent ein Stelldichein der Fantasy-Szene

Die zwölfjährige Paulina Schedlinski spricht von einem spannenden und dramatischen Roman: „Besonders gefallen hat mir der Charakter der Hauptdarstellerin Violet, da sie einen sehr starken Willen hat und sich nicht einfach von der Herzogin benutzen lässt, sondern für ihre Freiheit kämpft.“ Die 21-jährige Jaqueline Wagner gibt zu, selten erlebt zu haben, „wie die Kombination aus Ekel und Faszination eine solch interessante Mischung ergibt. Junge Mädchen, ausgebildet zu perfekten Leihmüttern, lernen eine Welt voller Glanz, Reichtum und Intrigen kennen. Lesen lohnt sich!“ hok 

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