Anschluss nur etwas für Sportliche

Dreieichbahn: Ab den Ferien gilt ein neuer Fahrplan

Dreieich - Ab den Sommerferien (16. Juli) fährt die Dreieichbahn nach einem aktualisierten Fahrplan. Grund genug für die Nutzerinitiative Dreieichbahn einen genauen Blick auf die Neuerungen zu werfen.

Ihr Fazit: „Es gibt keine einheitlichen Abfahrtszeiten pro Haltestelle mehr. Von einem ,Taktfahrplan‘ kann man nur mit Einschränkungen sprechen“, urteilt Sven Arved Koch im Namen der Initiative. Außerdem werde der sogenannte „Turnschuhanschluss“ in Buchschlag auf die S3 und S4 montags bis freitags tagsüber zur Regel. Heißt: Die Übergangszeit beträgt drei Minuten – „das Erreichen der S-Bahn ist nur Sportlichen möglich, Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Eltern mit Kinderwagen werden keinen direkten Anschluss haben“, skizziert Koch. Bei leichten Verspätungen der Dreieichbahn, wie sie häufiger vorkommen, entfalle der Anschluss auch für Sportliche. Die Analyse der Nutzerinitiative umfasst drei Punkte: die Taktung, die Anschlusssituation und die künftige Anzahl der Züge. Die Analyse fällt folgendermaßen aus:

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Taktung: „Im Zuge der Ausschreibung sprach der RMV von einem Halbstundentakt zwischen Ober-Roden und Buchschlag und einem Stundentakt zwischen Dieburg und Frankfurt Hauptbahnhof“, sagt Koch. Darüber hinaus seien zusätzliche Züge im morgendlichen Berufsverkehr versprochen worden. Im neuen Fahrplan wird dieser Takt aus Sicht der Nutzerinitiative im Grunde eingehalten. „Während des Berufsverkehrs allerdings werden zwar zwei zusätzliche Züge nach Frankfurt Hauptbahnhof angeboten, dafür endet jedoch ein Zug des Taktes Dieburg – Frankfurt bereits in Buchschlag“, kritisiert Koch. Weiterhin falle auf, dass am Vormittag zwei Zugpaare Ober-Roden – Buchschlag und die Gegenrichtung zu völlig anderen Zeiten verkehren, als es ein Halbstundentakt erwarten lasse. Über den gesamten Tag hinweg sei festzustellen, dass es keine einheitlichen Abfahrtszeiten mehr gebe.

Anschlusssituation: Bereits vor der Veröffentlichung des aktualisierten Fahrplans ist bekannt geworden, dass die Umsteigezeit zur S-Bahn in Buchschlag mit künftig drei Minuten noch knapper wird, als sie bislang mit vier Minuten schon ist. „Genau genommen gibt es zu vielen Zeiten des Tages knappe oder gar keine direkten Anschlüsse“, bemängelt die Initiative. In diesen Fällen müssen Bahnkunden ab Buchschlag eine spätere S-Bahn benutzen oder in Frankfurt in eine frühere Bahn steigen. Am Wochenende stellt sich das Problem nicht: Samstags und sonntags werden in Buchschlag alle Anschlüsse wie bisher erreicht.

Anzahl der Züge: Die Zuganzahl sei nach der zuletzt kommunizierten Nachbesserung seitens des RMV annähernd gleich geblieben, stellt die Initiative fest. Zwischen Buchschlag und Ober-Roden verkehrt am Abend (19.58 Uhr) ein Zug mehr, während im abendlichen Berufsverkehr drei Zugfahrten zwischen Buchschlag und Dieburg entfallen. Am Wochenende gibt es keine Veränderungen. „Sogar die Spätverbindungen in der Nacht von Samstag auf Sonntag (0.14 Uhr ab Dieburg und 1.12 Uhr ab Buchschlag) werden beibehalten“, lobt Koch. (cor)

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