Überlastung des Frankfurter Hauptbahnhofs ist bekannt

Dreieichbahn: „RMV hat Hinweise ignoriert“

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Dreieich - Die häufigen Verspätungen bei der neuen Dreieichbahn kommen für viele nicht überraschend. In Online-Kommentaren zu unserem am Donnerstag erschienenen Artikel wird auf die seit Jahren bekannten Engpässe im und vor dem Frankfurter Hauptbahnhof hingewiesen. Von Holger Klemm

„Das Frankfurter Autobahnkreuz wurde umgebaut und ertüchtigt, die Eisenbahn jedoch wird mit ihrer Infrastruktur von 1924 am langen Arm ausgehungert“, kritisiert beispielsweise User Mobiman69. Auch der Pressesprecher der Bahn hatte in seiner Stellungnahme auf den hoch belasteten Knoten hingewiesen. Sven Arved Koch von der Nutzerinitiative der Dreieichbahn betont, dass die Bahn nicht einmal etwas für die Situation könne. Der RMV habe die stündliche Direktverbindung nach Frankfurt bestellt. „Hinweise, die es bereits seit einem Jahr gibt, dass dieser Fahrplan nicht funktionieren kann, sind ignoriert worden“, schreibt er und nennt verschiedene Probleme. Je nach Verspätung des Fernverkehrs gebe es ein Warten in und um den Hauptbahnhof.

Auf der Main-Neckar-Bahn müsse in Richtung Dieburg der üppige Gegenverkehr aus Richtung Süden gekreuzt werden. Um da ein wenig Spielraum zu haben, sei der bisherige Halt in Neu-Isenburg entfallen. „Verzögerungen beim Ein- und Ausfädeln sind trotzdem nicht zu vermeiden“, so Koch. In Buchschlag endende Züge der Dreieichbahn müssten wegen der Eingleisigkeit und der veralteten Signalanlage leer nach Neu-Isenburg fahren, um für die aus Frankfurt kommenden durchgehenden Verbindungen Platz zu machen. Jede Verspätung des Frankfurter Zugs verzögere bei diesem komplizierten Betriebsablauf auch den nachfolgenden, der eigentlich pünktlich abfahren könnte. Diese Fakten seien dem RMV und den Fahrplan-Gestaltern bekannt gewesen. Koch: „Leidtragende sind die Fahrgäste, die sich auf nichts mehr, außer auf Verspätungen verlassen können.“

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