Eröffnungskonzert

Dreieicher Musiktage: Bunter Strauß kommt gut an

Dreieich - Erfolgreiches Festival: Gastgeber beim Auftaktkonzert der 14. Dreieicher Musiktage waren die Stadtwerke Dreieich. Von Eva Schumann 

Ein aufgeschlossenes Publikum, vom Hausherrn auch kulinarisch verwöhnt, füllte die zum schnuckeligen Konzertsaal umfunktionierte Mensa bis zum letzten Platz. Diese Sprendlinger Heimstatt ist nun schon zur Tradition geworden, und an ihr soll festgehalten werden, wie Georgij Mundrov, der Organisator des Festivals, eindringlich versprach. Dass tschechische Gäste die Musiktage eröffneten, kündigte wieder den internationalen Charakter des Festivals an. Aus vielen Ländern stammte auch der bunte Strauß aus Hits der Klassik und Filmmusik, den das Prager Duo Eduard Napravnik darbot. Felix Slovacek bewies zunächst auf der Klarinette seine Virtuosität. In Bohuslav Martins dreisätziger neoklassizistischer Sonatine wurde er von seinem Klavierpartner Vjaceslav Grochovsij jr. mit großer Delikatesse begleitet.

Bevor Slovacek dann zum Sopransaxophon überging, spielte Grochovsij brillant die Soirée de Vienne Nr. 6, die Lisztsche Bearbeitung eines Schubert-Walzers. Als ebenso famoser Jazz-Interpret verblüffte er später bei Oscar Petersons Laurentide Waltz.

Zu Alessandro Marcellos barockes Oboenkonzert schien das Saxophon nicht so recht zu passen, auch wenn Slovacek die Adagio-Kantilene sehr schön sanglich vortrug. Für Debussys Claire de Lune und Massenets berühmte Meditation aus Thais fehlte dem Instrument die Fähigkeit zur Wiedergabe der Klangreize französischer Musik. In das Medley aus Bizets Oper Les pêcheurs de perles mischte Slovacek jazzige Charakteristika und leitete damit über zum zweiten Teil des Konzerts.

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In der Filmmusik war das Sopransaxophon dann eher in seinem Element. Von Gianni Ferrios L´isla misteriosa über Waldir Azevedos peppigen Samba Amorada und Enrico Morricones Hit Spiel mir das Lied vom Tod bis hin zu Nino Rotas Godfather-Song Speak softly love beeindruckte der Saxophonist nicht nur mit jazzigem Temperament, sondern auch immer mehr mit klanglicher Raffinesse. Hervorragend, packend und spritzig war stets das Zusammenspiel des Duos.

Natürlich kamen die Musiker nicht ohne Zugaben davon. Da aller guten Dinge drei sind, ließen sie Waclav Trojans Nachtigall trillern, zitierten die Love Story und riefen mit Freddie Mercurys Winter´s Tale noch einen Begeisterungssturm hervor.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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