„Wir haben uns verdoppelt“

Drillinge: Familie braucht dringend größere Wohnung

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Da waren sie zu sechst: Olga und Frank Steinert mit (von links) Konstantin, Katharina, Anna und Alexander. Die gut zwei Monate alten Drillinge wirbeln das Leben der Eltern ordentlich durcheinander.

Dreieich - Erst eins, dann zwei, dann drei. Im Leben von Olga und Frank Steinert ist seit ein paar Wochen fast nichts mehr so, wie es vorher war. Die Gründe heißen Alexander, Konstantin und Katharina. Die Drillinge kamen am 27. April zur Welt. Von Frank Mahn 

Seit einer Woche ist das Frühchen-Trio zu Hause und stellt die Improvisationskunst seiner Eltern auf die Probe. „Wir haben uns verdoppelt“, erzählt Olga Steinert und lacht herzlich. Die erstgeborene Anna, knapp zweieinhalb Jahre alt, wuselt derweil durch die Wohnung und beäugt den Mann, der ihren Eltern Löcher in den Bauch fragt, mit großen Augen. Ein Geschwisterchen sollte die Kleine bekommen, die Kinderwunschbehandlung mit Medikamenten schlug sozusagen dreifach an. Doch danach hatte es zunächst gar nicht ausgesehen. „Bei einer Ultraschalluntersuchung im Krankenhaus gratulierte uns die Ärztin zu Zwillingen“, berichtet die 34-Jährige, die mit ihrem gleichaltrigen Mann seit zehn Jahren in Sprendlingen lebt. Bei einer weiteren Untersuchung zwei Wochen später musste sich das Paar dann erstmal festhalten, als die Ärztin feststellte: „Da ist noch eins.“

Zehn Wochen vor dem ursprünglich errechneten Termin erblickten die „Zwerge“ im Frankfurter Bürgerhospital per Kaiserschnitt das Licht der Welt. Als Erster kam Alexander mit 1190 Gramm, dann Konstantin mit 1390 Gramm und schließlich Katharina mit knapp 1300 Gramm. Auch bei der Größe lagen sie nah beieinander – zwischen 39 und 41 Zentimetern. „Das Bürgerhospital ist auf Frühgeburten spezialisiert. Wir haben uns dort sehr gut aufgehoben gefühlt“, lobt die vierfache Mutter das Personal. Nachdem die Drillinge mehrere Wochen intensiv überwacht worden waren, folgte ein „Umzug“ ins Clementine-Kinderhospital, wo sie noch ein bisschen aufgepäppelt wurden. Seit genau einer Woche ist das Trio jetzt daheim – Inzwischen wiegen sie alle so um die drei Kilo und sind putzmunter.

Im Hause Steinert dreht sich seither (fast) alles um die neuen Mitbewohner. Die Babys haben guten Appetit. „Wenn sie schreien, ist Essenszeit“, sagt Olga Steinert. Etwa alle vier Stunden wollen die Kleinen gefüttert werden. „Den Rhythmus haben wir aus dem Krankenhaus übernommen, das klappt ganz gut.“ Aber klar: Bei den Mahlzeiten sind die Eltern im Stress. Papa Frank hatte diese Woche noch Urlaub, muss aber ab Montag wieder beruflich ran. Sein Arbeitgeber, die Fraport AG, hat der Familie den Kinderwagen spendiert. So ein Dreisitzer ist nicht ganz billig.

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Die junge Familie kann im Moment jede Hand gebrauchen. Derzeit ist der Vater von Frank Steinert zu Besuch. Der Leipziger hat sein Leben als Rentner vorübergehend gegen die Rolle des Babysitters getauscht, packt auch im Haushalt an. Wer ihm beim Wickeln zuschaut, der merkt: Der Opa ist schon ganz vernarrt in seine Enkel, deren Ehrenpate im Übrigen Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ist. Im Juli kommt die Mutter von Olga Steinert. „Sie nimmt ihren Jahresurlaub, um uns zu unterstützen.“ Organisation ist das Wort der Stunde, die Einkaufsliste kriegt der Papa unterwegs schon mal aufs Smartphone geschickt.

Alle zwei Tage schaut Hebamme Eveline Weyel nach der Familie. Sie hat auch den Kontakt zu Drillingseltern aus Egelsbach hergestellt, die von ihr betreut wurden. Mit ihnen tauschen sich die Steinerts aus – gerade am Anfang ist das eine wertvolle Hilfe. Das Egelsbacher Trio ist etwas älter, deshalb konnten die Steinerts zum Beispiel das Bettchen übernehmen. Überhaupt werden sie von vielen Leuten angesprochen, ob sie etwas brauchen. Die Antwort ist ja, und zwar dringend. „Wir sind aus der Wohnung rausgewachsen“, sagt Olga Steinert. Die 75 Quadratmeter reichen hinten und vorne nicht mehr. Die Eltern sind auf der Suche nach einer größeren Wohnung oder einem Häuschen. „Dreieich wäre gut, Sprendlingen perfekt.“ Auch weil Olga Steinert bei der Firma CWS-boco in Sprendlingen arbeitet. In einem Jahr, sagt sie, würde sie gerne wieder einsteigen. Das geht natürlich nur, wenn die Drillinge Plätze in einer Krippe bekommen. Töchterchen Anna besucht die U3-Kita Smile, die nur einen Katzensprung vom Arbeitgeber der Mama entfernt liegt. Alle drei nächstes Jahr dort gut unterzubringen – auch das wäre perfekt.

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