Einweihungskonzert der sanierten Orgel in der Christuskirche

Musikalisches Feuerwerk

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Iris und Carsten Lenz spielen oft an der Orgel in der Saalkirche in Ingelheim. Konzerte führen sie aber in viele Länder Europas und in die USA. Im September kommt das Duo nach Sprendlingen.

Sprendlingen - Sie gilt als Klangdenkmal der frühen 60er Jahre und kann ihren Dienst auch in den kommenden Jahrzehnten tun. Die Orgel in der evangelischen Christuskirche präsentiert sich nach Sanierung und Reinigung in einem optimalen Zustand. Von Holger Klemm 

Zur Wiedereinweihung kommt eines der führenden Orgel-Duos in Europa. „Es macht richtig Laune, dort zu spielen.“ Deshalb freut sich Carsten Lenz auf den Auftritt am Sonntag, 18. September, um 17 Uhr. Er schwärmt von den vielseitigen Klangfarben der vom Barock inspirierten Orgel, die das Instrument von anderen abhebt. „Wir waren bereits vor vier Jahren in Sprendlingen“, berichtet der Organist, der zusammen mit seiner Frau Iris das Duo bildet. Nun kehren beide in die Christuskirche zurück, um die Orgel nach der Renovierung klanglich im Idealzustand präsentieren zu können. „Nach einer gewissen Zeit müssen Orgeln gereinigt und saniert werden“, weiß Lenz. Das war auch beim Instrument im Sprendlinger Gotteshaus aus dem Jahr 1962 der Fall, das von der Orgelbaufirma Werner Bosch aus Niestetal bei Kassel stammt.

Es gab aber auch noch anderer Überlegungen und Wünsche, wie Organist Hans Pfaff auf der Homepage der Gemeinde schreibt. So sollte die Orgel so verändert werden, „dass sie neuzeitlichen und konzertanten Funktionen besser entspricht“. Mit entsprechenden Umdisponierungen erhoffte man sich bessere Interpretationsmöglichkeiten für Orgelmusik der deutschen und französischen Romantik. Doch dagegen sprach laut Pfaff nicht nur die trockene Raumakustik: „Das Instrument ist ein selten gewordenes Klangerzeugnis der späten Orgelbewegung und genießt als solches Denkmalswert.“ Durch Veränderungen wäre das Klangbild unwiederbringlich verloren gegangen. Mit dem zuständigen Sachverständigen der Landeskirche sei ein guter Kompromiss gefunden worden. So sollte die technische und klangliche Grundausrichtung als Denkmal erhalten bleiben, aber auch eine dynamische Aufbesserung erreicht werden. Pfaff zeigt sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

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„Die Klangfarben der Sprendlinger Orgel passen ideal zu unserem Repertoire“, sagt Carsten Lenz, der ein musikalisches Feuerwerk mit vier Händen und vier Füßen verspricht. Das Spektrum reicht von Händels „Halleluja“ über Bachs „Air“ bis zum „Donauwalzer“ von Strauß über „Frere Jacques“ bis hin zu Variationen über „Freude, schöner Götterfunken“. Das Duo setzt auf ein für alle Altersgruppen geeignetes Repertoire, auch mit humorvollen Kompositionen. Noch etwas Besonderes kommt hinzu: Auf einer großen Leinwand können die Besucher den Organisten live zuschauen. Lenz: „Wir sind so viel näher dran.“

Etwa zehn Minuten vor Beginn gibt es als Vorprogramm eine kurze Orgelvorführung. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.

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