Entwürfe zu Campus ausgereift

Details zu neuem MHK-Areal in Sprendlingen

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Die Baufortschritte sind am Stadteingang Sprendlingens gut sichtbar. In 14 Monaten soll das Herzstück des neuen MHK-Sitzes eröffnet werden.

Sprendlingen - Das nördliche Stadtentree Sprendlingens wird sich durch den Umzug der MHK Group an die Ecke Frankfurter-/Robert-Bosch-Straße stark verändern. Unternehmer Hans Strothoff lüftet mehr und mehr Details, wie das sechs Hektar große Firmengelände aussehen wird. Von Cora Werwitzke

Für die Öffentlichkeit zugänglich soll das Areal zu ausgewählten Veranstaltungen sein. Wenn Hans Strothoff (65) die Entwürfe zur neuen Firmenzentrale vorstellt, dann spricht er vom „MHK-Campus“. Ein ganzes Team aus Statikern, Architekten und Landschaftsgestaltern des renommierte Büros Albert Speer & Partner arbeitet mit Hochdruck an der Vollendung der Pläne. Derweil wächst das Hauptgebäude – ein Glaskubus, dessen vier obere Etagen gut 30 Meter über einen zweistöckigen Sockel hinausragen – schon in die Höhe. Strothoff hat einen straffen Zeitplan vorgegeben: Am 28. November 2017, an seinem 67. Geburtstag, soll Einweihung gefeiert werden. Über die Investitionssumme schweigt sich der Unternehmer weiter aus. Bekannt ist aber, dass ein hoher zweistelliger Millionenbetrag eingepreist ist.

Für die Dreieicher ist freilich vor allem interessant, wie die Bereiche gestaltet werden, zu denen sie punktuell Zugang haben. Das Forum, das perspektivisch sowohl für firmeninterne Schulungszwecke als auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt wird, fasst 500 Zuschauer. Der Clou: Für ein problemloses Catering soll die Großküche des firmeninternen Restaurants im Hauptgebäude durch einem rund 100 Meter langen unterirdischen Gang mit dem Forum verbunden werden. Nach den Worten von Strothoff soll mit dem Veranstaltungsgebäude nicht nur ein Mehrwert für seinen Konzern, sondern auch für die Bürger der Stadt und der Region geschaffen werden. Ebenso mit dem Park, der mit einem Rhododendron-Garten („einer der größten Deutschlands“) und einem Magnolien-Hain aufwartet – und der ebenfalls von Zeit zu Zeit als Kulisse im Zuge von kulturellen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit betretbar sein soll. „Wir haben vor, diesbezüglich eng mit Vereinen und kulturellen Institutionen der Stadt und der Region zusammenzuarbeiten“, so der Konzernchef.

Am östlichen Ende des Grundstücks beschließen ein Parkhaus und ein Hotel die Anlage. Anfangs sei geplant gewesen, das bestehende Hotel zu erneuern. Das wäre nach Angaben von Strothoff aber zu aufwendig gewesen, so dass es nun zum Abriss („die Genehmigung liegt uns vor“) und zum Neubau kommen soll. Die Entwürfe zeigen, dass das künftige hochklassige Businesshotel mit 80 Zimmern den Schwebe-Charakter des Hauptgebäudes im Kleinen aufnimmt. Generell warten alle Gebäude mit großzügigen Glasfassaden auf, die den Blick zum Park hin öffnen.

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Kathrin Gallus, die leitende Architektin des Projekts, hebt weitere Besonderheiten des neuen Prestigebaus hervor: Um den Schwebe-Charakter des Haupthauses zu ermöglichen, werden zum Beispiel unter anderem zwei Stützpfeiler 30 Meter tief in die Erde befördert. „Sie haben eine Tragkraft von 280 Airbus-A380-Maschinen“, lautet die Einordnung dazu. Maßstäbe setzt das architektonische Leuchtturmprojekt nicht nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Öko- und Umweltstandards. Der Neubau werde den Energieverbrauch der aktuellen Firmenzentrale (Im Gefierth) halbieren, so Gallus. Ein Holzpellet-Kessel liefert die benötigte Heizenergie, ein ausgefeiltes Lüftungssystem mit doppelter Fassade macht Heizkörper in den Büros überflüssig. „Fast die ganze elektrische Energie kann durch Photovoltaikanlagen auf den Gebäuden selbst erwirtschaftet werden“, ergänzt Gallus. Zu guter Letzt wird im Park Regenwasser in Rigolen aufgefangen, in unterirdischen Zisternen gespeichert und kann so zur Bewässerung der Grünanlagen wiederverwendet werden.

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