Ferienspiele der Dreieichhörnchen drehen sich um Robin Hood

Eine Woche lang im Sherwood Forest

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Für das Motto Robin Hood brauchen die Teilnehmer auch die richtige Ausrüstung. Diese stellen sie zusammen mit Josef Engelmann her.

Sprendlingen - „Können wir die Pferde sauber machen oder den Stall ausmisten?“, fragen fünf Mädchen wild durcheinander. Das Quintett kommt gerade von der Hundedressur. Von Enrico Sauda 

„Der Hund kann sich jetzt drehen, Pfötchen geben, durch die Beine gehen und durch einen Reifen springen“, erzählt Jara. Und schwups ist die Siebenjährige auch schon wieder fort, weil sie mit den Schafen spazieren gehen will, die auf die Weide gehen sollen. 56 Kinder toben, rennen, springen auf dem Areal der Dreieichhörnchen in dieser vierten Sommerferienwoche. Nach einer einwöchigen Pause hat die Kinder- und Jugendfarm ihren Ferienspielbetrieb wieder aufgenommen. „Wenn die Ferien vorbei sind, dann werden wir 275 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren betreut haben“, sagt Karin Johannsmann, die Leiterin der Farm. „Alle Wochen sind voll und wir haben Wartelisten“, so Johannsmann.

Die Ferienspielkinder kümmern sich auch um die Schafe der Kinder- und Jugendfarm.

Motto dieser Woche ist Robin Hood, der Rächer der Enterbten und der Beschützer von Witwen und Waisen. „Wir haben eine Bogenwerkstatt, eine Lagerküche, eine Stoffwerkstatt, die die Kittel auf Bestellung näht, eine Schmiede und eine Stock-Kampf-Werkstatt.“ Somit verwandelt sich das Gelände für eine Woche in den Sherwood Forest. „Wir treffen uns einige Monate vorher und legen die Themen der verschiedenen Wochen fest“, schildert Johannsmann. „In der ersten Woche ging es um die Steinzeit, dann um einen Basar und Star Wars und in der nächsten Woche ist Harry Potter an der Reihe“, berichtet Johannsmann. Acht Betreuer sorgen jede Woche dafür, dass alles rund läuft. Eine von ihnen ist Laila Kestem. „Ich war als Kind auch selbst oft hier auf der Jugendfarm, war sogar eine Zeit lang ehrenamtliches Farmkind“, erzählt die 20-Jährige. „Außerdem habe ich Spaß an der Arbeit mit Kindern“, sagt die Biotechnologie-Studentin, die erstmals als Betreuerin tätig ist, „Ich würde es gerne wieder machen.“

Bilder: „Jahrmarkt“  bei den Ferienspielen in Seligenstadt

Eine der Hauptattraktionen der Robin-Hood-Ferienspiele ist die Stock-Kampf-Werkstatt, die von Hannelore Stuckert geleitet wird. Sie ist keine Stuntkoordinatorin bei Filmdrehs. „Nein, ich bin Archäologin.“ Bei den Dreieichhörnchen bringt sie den acht Teilnehmern dieser Werkstatt bei, mit langen Stöcken zu kämpfen. Dabei üben sie Sequenzen ein. Und zwar extrem langsam. „Little John kämpft mit dem Stock, deshalb bin ich auf die Idee gekommen“, so Stuckert, die bereits vor vier Jahren mit demselben Angebot auf der Kinder- und Jugendfarm war. „Die Kinder haben sich die Sequenzen selbst ausgedacht. Ich habe ihnen nur ein paar Kniffe beigebracht“, sagt die Leiterin. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich absprechen und die Abläufe genau festlegen müssen.“

Moritz, Lennart und Linus sind voller Elan bei der Sache. „Ich wusste gar nicht, dass man den Stock so längs halten kann“, sagt Moritz. „Ja, ich dachte auch immer, man müsste ihn halten wie einen Knüppel“, fügt Linus hinzu, der, wie übrigens alle Teilnehmer, einen Fahrradhelm zum Schutz trägt. „Wir haben die Stöcke selbst geschnitzt und feingeschliffen“, sagt Lennart, der sich auf die Aufführung am heutigen Freitag zum Abschluss der Woche freut.

Bilder zu den Ferienspielen 2016 in Hainburg

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