Erfreulicher Zuwachs an Einsatzkräften

Feuerwehr verteilt Pensum auf mehr Schultern

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Einer der schockierendsten Anblicke bot sich der Wehr 2015 beim Unfall zwischen einem Traktor und einem Motorrad auf der Ortsumfahrung Offenthal. Ein Mann kam dabei ums Leben.

Dreieich - Bei der Feuerwehr Dreieich läuft’s nach einer turbulenten Phase wieder rund. Mit Stadtbrandinspektor Andreas Baumbusch und seinen beiden Vertretern im Amt ist die Einsatzkräfte-Zahl der Wehr nun über die 200er-Marke gestiegen.

Die Rathausspitze und Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt bedanken sich nachdrücklich für das Engagement der freiwilligen Feuerwehrleute. Einmal im Jahr zieht die Feuerwehrführung Bilanz – für 2015 erinnerte sie bei der jüngsten Versammlung an 499 geleistete Einsätze, zeigte die Personalentwicklung und den Zustand von Fuhrpark, Wachen und Ausstattung auf. Andreas Baumbusch brachte zur Sprache, dass die Wehr seit nun einem Jahr wieder eine ordentliche Führung (außer ihm noch Pasquale Bonifer und Markus Tillmann) hat, nachdem angesichts des Aus der vorigen Stadtinspektoren eine Übergangslösung griff. „Heute besteht das Team aus drei Personen – denn in unserer Größenordnung muss man die Arbeit mittlerweile aufteilen“, so Baumbusch, der Kritik durchblicken lässt, dass diese Ämter heute qua Gesetz noch ehrenamtlich auszuführen sind. „Ich bin froh, dieses Amt auch tagsüber als hauptamtlicher Feuerwehrmann begleiten zu dürfen – ich glaube, anders würde ich es nicht machen wollen.“

Mit Blick auf die geleistet Arbeit nennt Baumbusch 499 Einsätze im vergangenen Jahr – „ein erfreulicher Rückgang um 77 Einsätze im Vergleich zu 2014“. Darin sind nicht nur Fälle in Dreieich, sondern auch in den Nachbargemeinden erfasst. Baumbusch hält es für wahrscheinlich, dass die Einsatzzahlen außerhalb Dreieichs steigen werden, da es auch bei den anderen Wehren personell – insbesondere bei der Tagesalarmsicherheit – ein wenig schwächele. „Wir haben das Glück, fünf Stadtteile zu haben, und uns daher personell untereinander ergänzen zu können.“ So sei 2015 eine Tagesalarmschleife eingeführt worden, die bei gewissen Stichworten alle in Dreieich zur Verfügung stehenden freiwilligen Kräfte alarmiert – egal in welchem Stadtteil der Einsatz ist.

Die 499 Einsätze von 2015 unterteilen sich in 116 Brände, 224 Hilfsleistungen und 159 Fehlalarme. Gut die Hälfte entfiel auf Sprendlingen. Im Gedächtnis haften bleiben werden den Brandschützen unter anderem zwei heftige Verkehrsunfälle auf der Ortsumfahrung Offenthal – dabei ließ mitunter ein Motorradfahrer nach einer Kollision mit einem Traktor sein Leben. Weiter wurde die Wehr zu einem brennenden Pkw in einer Hainer Autowerkstatt und zu einem Dachstuhlbrand in Sprendlingen gerufen. Unterstützung leistete sie ferner beim Brand im Keller des Langener Krankenhauses, bei einem heftigen Wohnungs- und Dachstuhlbrand in Neu-Isenburg sowie bei einem Flugzeugabsturz in Egelsbach. In die Annalen der Blauröcke wird schließlich die Hilfestellung beim Aufbau von Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge eingehen.

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Sehr positiv verläuft die Personalentwicklung mit einem Zuwachs von 25 auf nun 207 Einsatzkräfte – darunter 19 Frauen. „In Vorjahren konnten wir meistens nur über einen Rückgang berichten“, so Baumbusch. Die meisten neuen Mitglieder seien aus der Jugendfeuerwehr, „aber wir hatten auch guten Zuspruch von Neueinsteigern und zugezogenen Feuerwehrleuten“. Der Ausbildungsstand seiner Leute ist nach den Worten des Stadtbrandinspektors gut. „Es kommen mehr Anmeldungen für Lehrgänge rein als dass wir Plätze im Kreis oder auf der Landesfeuerwehrschule bekommen.“ Das spreche für die Motivation der Dreieicher Kräfte. 2015 belegten sie insgesamt 69 Lehrgänge.

Auch an Fuhrpark und Ausstattung gibt’s wenig zu mäkeln. Die Wehr hat suggestive damit angefangen, ältere Fahrzeuge gegen neue einzutauschen. Komplett ersetzt wurden im Vorjahr auch Helme und Schutzkleidung. Die Einkleidung der neuen Mitglieder kostet darüber hinaus rund 1500 Euro pro Person.

In Überprüfung und Planung ist nach Angaben von Baumbusch nach wie vor der Standort Nord, indem Teile der Feuerwehren Sprendlingen und Buchschlag untergebracht werden sollen, um in Sprendlingen bessere Hilfsfristen zu erreichen und dadurch auch das Personal in Buchschlag aufzustocken. Was die Wachen angeht, müsse in naher Zukunft generell einiges getan werden. „Angefangen von Sanitär- bis hin zu Jugendräumen, Lager und Umkleiden. Dafür liegen auch teils schon konkrete Vorstellungen vor.“ Ein Vorhaben ist ferner die Umrüstung auf digitale Funktechnik, zurzeit kann die Wehr nur mit provisorischen Mitteln digital funken. J cor

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