Vereine sollen Budgets bekommen

Freie Wähler fordern Abschaffung der Sportplatzgebühren

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Sportplatz An der Sandkaut

Dreieich - Die Forderung war Bestandteil ihres Kommunalwahlprogramms und konsequenterweise bringt die FWG jetzt einen Antrag ein, der auf die Abschaffung der Sportplatzgebühren abzielt. Ob die Freien Wähler dafür genügend Verbündete finden, weist sich am Dienstag, 14. Juni.

Dann nämlich wird sich in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Sport und Kultur um 19.30 Uhr im Rathaus ein Meinungsbild abzeichnen. „Es wird Zeit, dass wir ein wenig mehr Fantasie entwickeln und mit neuen Ideen auf die Vereine zugehen“, sagt der neue FWG-Fraktionsvorsitzende Marco Lang. Den Freien Wählern schwebt vor, dass der Magistrat gemeinsam mit den Vereinen ein Konzept entwickelt, um Kosten bei der Unterhaltung der sieben städtischen Sportanlagen zu sparen. Arbeitstitel: „Schlüssel mit Budget“. Der FWG geht es nach Langs Worten darum, den Vereinen die Schlüsselgewalt zu übertragen, ihnen gleichzeitig jedoch ein Budget zu gewähren, mit dem sie der Verantwortung für die Unterhaltung „ihres“ Sportplatzes gerecht werden können. „In einigen anderen Städten und Gemeinden wird dieses Konzept bereits erfolgreich praktiziert. Wir sparen Geld, insbesondere bei Energie- und Verbrauchskosten, wenn wir Handlungs- und Finanzverantwortung beim Verein zusammenführen“, begründet Lang die Initiative seiner Fraktion.

„Mit dem Wegfall des Sponsorings durch die Dreieich Sportstätten Betriebs- & Marketing GmbH zugunsten der Vereine ist die Geschäftsgrundlage für die Sportplatznutzungsgebühren weggefallen“, meint Langs Kollege Helmut Sauer. Das Sponsoring sei der ausschlaggebende Grund für die Einführung der Gebühren gewesen. Weil sich die DSBM jetzt auf den SC Hessen konzentriere, müsse die Stadt eine neue Lösung finden.

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Davon abgesehen hätten die Juristen in Reihen der Freien Wähler erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit der Satzung. Mit ihren 22 Tarifsätzen sei sie praktisch nicht vollzugsfähig – wenn man die Regelungen ernst nehme. Eine Gebührensatzung müsse klar, verlässlich und in vollem Umfang angewendet werden können, um wirksam zu sein, erklärt Marco Lang. „Wir wollen einen anderen Weg gehen als die Belastung der Vereine mit Gebühren entsprechend des Nutzungsumfangs auf Basis von verschiedenen Tarifen. Uns kommt es darauf an, Handlungs- und Finanzverantwortung beim Verein zusammenzuführen und damit einen kostensparenden Umgang mit den notwendigen Ressourcen zu ermöglichen.“

Die FWG sei sich bewusst, dass die Vereine den kompletten Unterhalt der Anlage nicht stemmen könnten. Deshalb benötigten sie ein „auskömmliches“ Budget, um ihrer Verantwortung gerecht werden zu können.

fm

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