Stadt erweitert Öffnungszeiten, wenn Neubau eingeweiht wird

Fünf-Tage-Woche im BIK-Haus

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Der Neubau des BIK-Hauses an der Hainer Chaussee ist auf einem guten Weg. Davon überzeugten sich gestern auch Fachbereichsleiterin Ellen Grohe und ihr Kollege Harald Piazzi.  (c)Fotos: es Der Neubau des BIK-Hauses an der Hainer Chaussee ist auf einem guten Weg. Davon überzeugten sich gestern auch Fachbereichsleiterin Ellen Grohe und ihr Kollege Harald Piazzi.  

Dreieich -  Die Fenster sind montiert, nächste Woche bekommt der Eingangsbereich seine Fassade aus Glas und Aluminium und dann ist der Innenausbau an der Reihe. Im Oktober soll es eröffnet werden, das neue BIK-Haus an der Hainer Chaussee. Von Frank Mahn 

Im Gegensatz zum Bau des Stadtteilzentrums, bei dem es wie mehrfach berichtet holprig läuft, gibt es in Dreieichenhain „keine besonderen Problematiken“, wie Erster Stadtrat Martin Burlon gestern bei einem Ortstermin sagte. Zum Glück, denn Verzögerungen im Vorfeld hatte es bei diesem Projekt reichlich gegeben. Sei es durch personelle Engpässe im Rathaus oder die Untersuchung des Erdreichs, die nachträglich erforderlich wurde. So ging bis zum Spatenstich im September ein knappes halbes Jahr verloren. Sei’s drum, alles Schnee von gestern. „Wir liegen jetzt im Zeit- und im Kostenplan“, sagt Burlon.

1,035 Millionen Euro lässt sich die Stadt den Neubau kosten, dessen Abkürzung für Bildung, Integration und Kultur steht. Das Konzept der städtischen Kinder- und Jugendförderung besteht aus mehreren Bausteinen. Zum Beispiel aus Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung, berichtet die dafür verantwortliche Andrea Walter. „Die Kinder können sich für einen Tag, für mehrere Tage oder die ganze Woche anmelden. Wir gestalten das sehr individuell“, schildert Walter, die auch Leiterin des Kinderbüros ist. Die Atmosphäre beim Mittagstisch sei sehr familiär, ergänzt ihr Kollege Achim Wolf.

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Zielgruppe fürs BIK-Haus sind in erster Linie Zehn- bis 16-Jährige, also beginnend in der fünften Klasse. „Die Kinder kommen aus ganz Dreieich, zurzeit haben wir recht viele Götzenhainer, die auf die Weibelfeldschule gehen“, erzählt Walter. Es gibt auch Jugendliche, die nach dem Essen noch einmal Unterricht haben und danach wieder für ein oder zwei Stündchen ins BIK-Haus kommen. Denn dort kann man auch kickern, in Workshops backen, malen, Filmbeiträge produzieren oder einfach nur chillen. „Wir sind ein offenes Haus. Jeder kann kommen“, betont die zuständige Fachbereichsleiterin Ellen Grohe. Mit dem Start im Neubau dann sogar an fünf Tagen in der Woche, denn das Angebot wird um den Freitag ergänzt. Los geht der Betrieb immer um 12.30 Uhr, Schicht ist in der Regel um 18 Uhr.

Das alte BIK-Haus, das unmittelbar neben dem neuen steht, stammt aus den siebziger Jahren. Der Pavillon-Bau hat einen Energieverbrauch, dass es einen graust. Die Bedingungen für die jungen Besucher und die Mitarbeiter sind alles andere als optimal, auch weil sich alles auf einer Ebene ballt. Die verschiedenen Angebote verteilen sich künftig auf zwei Etagen.

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Kernstück des Neubaus mit seinen 220 Quadratmetern ist der 90 Quadratmeter große Saal im Erdgeschoss. Er wird mit einer Bühne unter anderem für Konzerte und Partys ausgestattet, denn bekannt ist das Jugendzentrum auch für seine Reihe „Rock im BIK-Haus“, mit der die Stadt Nachwuchsbands fördert. Der Saal kann abgeteilt werden, ist damit multifunktional nutzbar. Im ersten Stock wird ab dem Herbst der Mittagstisch gedeckt, zudem finden sich dort ein Musik- und ein Seminarraum. Auch das Mädchencafé, das immer freitagnachmittags geöffnet ist, ist oben untergebracht – mit einem eigenen Eingang.

Durch die Baustelle ist die Resonanz nach Angaben von Andrea Walter momentan nicht so gut wie vor Beginn der Arbeiten. „Manche Eltern haben auch geglaubt, das alte Haus sei schon abgerissen“, hat Achim Wolf erfahren. Doch erst wenn der Neubau bezogen ist, ist im Altbau Schluss. Eine Abschieds- und Welcomeparty haben die Verantwortlichen bereits terminiert. Sie wird am 17. September gefeiert – mit allen, die sich der Einrichtung in irgendeiner Weise verbunden fühlen. Im Neubau soll es dann schon erste Führungen geben. Auf dem durch den Abriss frei werdenden etwa 2 700 Quadratmeter großen Grundstück soll nach dem Willen von Magistrat und Parlament ein Projekt des Sozialen Wohnungsbaus hochgezogen werden.

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