Kirche stellt in Buchschlag Räume für Betreuung zur Verfügung

Gemeinde hilft Grundschule

Dreieich - Mit einer frohen Botschaft wartete Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) in der Sitzung des Sozialausschusses auf. Die Betreuungssituation an der Selma-Lagerlöf-Schule hat sich erst einmal entspannt. Von Cora Werwitzke 

Kita- und Betreuungsthemen gehören zum Kernbereich des Sozialausschusses. So verwundert es nicht, dass gleich mehrere Anträge der Fraktionen um diesen Bereich kreisen. Die Fraktionen positionieren sich zur Kita-Gebührenordnung und zu einer etwaigen Erweiterung der Selma-Lagerlöf-Schule in Buchschlag um eine Schul- und Stadtteilbibliothek. Außerdem beantragen die Stadtverordneten eine detaillierte Übersicht zur Betreuungslage in Dreieich.

„Wir können aktuell allen Schülern an der Selma-Lagerlöf-Schule einen Betreuungsplatz anbieten“, meldet Rathauschef Zimmer mit Blick auf die knappen Kapazitäten vor Ort. Vor wenigen Tagen sei mit dem Segen des Fördervereins eine Vereinbarung mit der evangelischen Versöhnungsgemeinde getroffen worden, die vorübergehend räumlich aushilft. So sei die Betreuung bis 15 Uhr für alle gewährleistet. „Die Miete ist sehr überschaubar, der Kirchengemeinde gebührt wirklich Dank“, so Zimmer. Erleichterung schwingt in der Stimme des Bürgermeisters auch mit Blick auf die Platzvergabe im Kitabereich mit: „Durch eine von unserem Fachbereich geleistete Nachverdichtung gelingt es aktuell weitgehend, den steigenden Bedarf an Ganztagsplätzen zu befriedigen.“

Um etwaige Engpässe in der Kinderbetreuung im Vorfeld besser abschätzen zu können, wollen die Parlamentarier künftig detaillierter unterrichtet werden. Die SPD formuliert konkrete Fragen, die in einem Bericht beantwortet werden sollen. Die FWG möchte einen Entwicklungsplan vorgelegt bekommen. Auch CDU und Grüne interessieren Teilaspekte der Betreuung (etwa die Berücksichtigung von Neubaugebieten oder demografischer Entwicklung). Auf Vorschlag von Zimmer werden die Stadtverordneten spätestens im vierten Quartal einen Bericht erhalten, der all diese Anforderungen erfüllt.

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Ein halbes Jahr nach Einführung der neuen Kita-Gebührenordnung deutet sich die erste Anpassung an. Auf Initiative der SPD sollen Familien, die gleichzeitig drei Kinder in einer Einrichtung haben, finanziell entlastet werden, indem das dritte Kind gebührenfrei unterkommt. Das betreffe nur wenige kinderreiche Familien, wäre für diese aber eine große Erleichterung, begründet Dietlind Schwalb. Laut Bürgermeister Zimmer entgingen der Stadt so 3000 bis 5000 Euro im Jahr. Das ist aus Sicht der Mehrheit verschmerzbar. Außer der FDP, die sich dagegen sträubt, einen Einzelaspekt der Gebührenordnung zu ändern, heben alle die Hand.

Eine Abfuhr setzt es schließlich für die Idee der SPD, im Zuge der Erweiterung der Lagerlöf-Schule eine Schul- und Stadtteilbibliothek nach Vorbild der bestehenden Filialen zu integrieren. „Erst vor eineinhalb Jahren wurde in Buchschlag die Gemeindebücherei aus Mangel an Interesse geschlossen“, äußert Bettina Schmitt (CDU). Auch sei die Hauptfiliale in Sprendlingen von Buchschlag aus schnell zu erreichen. Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) hält es nach Rücksprache mit der Büchereileitung und angesichts der Einwohnerstatistik ebenfalls für sinnvoller, im Zuge der Baumaßnahmen eine reine Schulbücherei zu installieren – „das wäre dann allerdings Sache des Schulträgers“.

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