Grüne setzen sich mit Antrag im Ausschuss durch

Tempo 30 auch für Hauptstraßen prüfen

Dreieich - Auf Zuspruch stieß im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie der Antrag der Grünen, Tempo 30 auch für Haupt- und Erschließungsstraßen in Betracht zu ziehen – vor allem abends von 22 bis 6 Uhr. Lediglich CDU und FDP enthielten sich. Von Holger Klemm 

Heidi Soboll verwies auf die Ergebnisse der Lärmstudie Norah, nach der auch Straßenlärm die Lebensqualität und die Gesundheit der Anlieger beeinträchtige. Außerdem gebe es erste positive Erfahrungen in Frankfurt, wo Tempo 30 nachts auf Hauptstraßen erprobt werde. Zudem habe der hessische Verkehrsminister Kommunen und Regierungspräsidien ermuntert, ihre Spielräume auszuschöpfen. In dem Antrag nennen die Grünen als mögliche Beispiele die August-Bebel- und Eisenbahnstraße, aber auch sogenannte klassifizierte Straßen in Ortslagen wie die Kreisstraßen 171 und 172, die dem überörtlichen Verkehr dienen.

Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) verwies darauf, dass die Stadt an einem Lärmaktionsplan arbeitet und bei den Gemeindestraßen mit dem Regierungspräsidium im Gespräch sei. Bei den Kreisstraßen müsse mit Hessen Mobil gesprochen werden. Das Problem sei, dass für jede Straße die Einführung von Tempo 30 begründet werden müsste. Für die Kommunen wäre es deshalb einfacher, wenn Tempo 30 generell als Grundlage dienen würde und nicht wie bisher Tempo 50.

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Dr. Günter Gericke (FDP) befürchtete mögliche Auswirkungen auf die Fahrzeiten von Bussen auf Hauptstraßen und wünschte sich eine sorgfältige Abwägung. Joachim Greul (CDU) betonte, dass Autos immer leiser würden. Einziges Kriterium für die Einführung von Tempo 30 müsse die Sicherheit sein. Für die SPD sprach sich Holger Dechert für ein Tempolimit tags und nachts aus. Außerdem sollten die Waldstraße und Hainer Chaussee mit aufgenommen werden. Da diese zu den klassifizierten Straßen gehören, sei eine besondere Erwähnung aber entbehrlich.

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