Sanierung der August-Bebel-Straße zurückgestellt

Umgestaltung des Hainer Wegs genießt Priorität

Dreieich - Mit dieser Einschätzung steht die Linke nicht alleine da. „Die August-Bebel-Straße in Sprendlingen ist dringend sanierungsbedürftig“, sagt Fraktionschefin Natascha Bingenheimer. Doch die Verantwortlichen im Rathaus setzen andere Prioritäten. Von Frank Mahn 

Die Nord-Süd-Achse zwischen den Einmündungen Fichte- und Eisenbahnstraße gehört zu den schlimmsten Hoppelpisten im Stadtgebiet. „Die August-Bebel-Straße hat Schlaglöcher, ist durch diverse Kanalbauarbeiten und in Folge des starken Verkehrs in einem sehr schlechten Zustand“, stellt die Linke fest. Eine besondere Gefährung bestehe auch für Radler, da durch am Straßenrand geparkte Wagen das permanente Umfahren von Hindernissen erforderlich sei, während sich im Anschluss „unangenehm die Autos stauen, bemerkt Bingenheimer und kommt zu dem Schluss: „Dieser Verkehrsweg muss dringend saniert werden.“ Dabei müssten auch die Bedürfnisse der Radfahrer berücksichtigt werden, zum Beispiel durch Fahrbahnmarkierungen. Bingenheimer: „Hier haben Veränderungen in der Fichtestraße gezeigt, dass einfache Maßnahmen eine große Wirkung entfalten können.“

Dass die August-Bebel-Straße einer Rundumerneuerung bedarf, stellt in Verwaltung und Politik niemand in Frage. In einem ersten Schritt ist bereits der Einmündungsbereich mit der Eisenbahnstraße saniert worden – Anlass war der längst überfällige Austausch der provisorischen Ampel. Und eigentlich sollte es in diesem Jahr auch weiter vorangehen, aber der Magistrat sah sich nach Angaben von Erstem Stadtrat Martin Burlon (parteilos) gezwungen, die geplante Marschroute zu ändern und sein Augenmerk auf ein anderes Straßenbauprojekt zu konzentrieren: die Umgestaltung des Hainer Wegs. Dort muss die Stadt tätig werden und den Kanal austauschen. „Die Maßnahme wurde vom Regierungspräsidium bereits angemahnt“, berichtet Burlon. Zwischenzeitlich wurde die Planung auf die Bleiswijker Straße ausgedehnt – die Umgestaltung der 150 Meter zwischen Einmündung Hainer Weg und Bürgertreff zur Aufwertung der Götzenhainer Ortsmitte wurde zum Bestandteil des Pakets.

So entsteht ein Schlagloch

Und dafür muss die Stadt einen ordentlichen Batzen Geld in die Hand nehmen. Für den Kanalbau sind 1,2 Millionen Euro kalkuliert, für den Straßenbau über mehrere Jahre verteilt 3,7 Millionen Euro. Was die Straßen betrifft, hofft Burlon auf Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Er geht vorsichtig optimistisch von einer Summe in siebenstelliger Höhe aus.

Der Erste Stadtrat ist auch zuversichtlich, dass die Baumaschinen noch in diesem Jahr anrollen. Als realistischen Starttermin bezeichnet Burlon den Oktober. Dass die August-Bebel-Straße zurückgestellt wurde, sei einerseits eine Sache der Finanzen. „Aber ein solch umfangreiches Projekt wie der Hainer Weg bindet auch die Ressourcen der Verwaltung“, wirbt Burlon um Verständnis. „Die Sanierung der August-Bebel-Straße ist notwendig und auch nicht vergessen gegangen. Es geht aber nicht beides zeitgleich.“

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