Brückenersatz kostet satte 30.500 Euro

Hengstbachtalweg: Lücke in Dreieichenhain geschlossen

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Das Bett des Kreuzbachs musste vertieft und verbreitert werden, der Durchlass aus Beton ist auch für Starkregen ausgelegt. Morgen soll der Übergang fertig sein, der zuletzt aus zwei Eisenträgern bestand. Die hatten Unbekannte als Provisorium hingelegt.

Dreieichenhain - Mehr als vier Monate sind vergangen, seit heftige Regenfälle im Hengstbachtal in Dreieichenhain eine kleine Brücke aus dem Fundament gehoben und weitgehend zerstört hatten. Von Frank Mahn 

Die Stadt wollte möglichst schnell Ersatz schaffen, musste bei der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Wasserbehörde des Kreises aber Überzeugungsarbeit leisten. Der Kreuzbach mündet in den Hengstbach. An normalen Tagen ist er ein Rinnsal, doch Ende Mai/Anfang Juni entwickelte er ungeahnte Kraft. Die Wassermassen rissen die Holzbrücke aus der Verankerung – seither war der Hans-Pfrommer-Weg nur eingeschränkt nutzbar. Der Abschnitt zwischen Winkelsmühle und der Straße An der Dampfmühle ist bei Spaziergängern, Gassigehern und Radfahrern sehr beliebt. Weil das auch den Verantwortlichen im Rathaus bekannt ist, sollte die Lücke zügig geschlossen werden. Doch die Dreieicher Idee überzeugte die Umweltbehörden im Kreishaus nicht auf Anhieb. Statt eines Brückenbauwerks wird seit gestern nämlich ein verrohrter Übergang gebaut. „Das ist der kleinste Eingriff in die Natur“, sagt Erster Stadtrat Martin Burlon. Der Aufwand sei deutlich geringer als beim Bau einer „klassischen“ Brücke. Weil auch noch Ferien waren, verzögerte sich der Genehmigungsprozess zusätzlich, doch schließlich kam grünes Licht aus Dietzenbach.

Was eine Firma dort gestern im Bachbett versenkte, ist kein Rohr, wie der Laie sich das vielleicht vorgestellt hätte. Es handelt sich um mehrere Betonelemente, die zusammengesetzt ein Rechteck ergeben und – Achtung – 5,5 Tonnen wiegen. Obendrauf kommt Erde und fertig ist der Übergang. Geländer folgt.

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Das Stahlbetonrechteckprofil, wie es im Fachjargon heißt, wurde eigens angefertigt und hat seinen Preis: 15.000 Euro. Mit allem Drum und Dran muss die Stadt – noch mal festhalten – 30.500 Euro locker machen. Von der Dimension ist auch Burlon leicht geschockt. Immerhin müsse das Bauwerk nicht – wie eine Brücke – regelmäßig auf seine Standsicherheit hin überprüft werden. Auch fielen kaum Unterhaltungskosten an und die Lebensdauer gegenüber einem Holzkonstrukt sei deutlich höher. „Das hält ewig“, sagt Burlon. Muss es auch. Für das Geld.

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